In den letzten Tagen sorgt die Ausbreitung der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI), auch als Geflügelpest bekannt, für Sorgenfalten bei Geflügelhaltern in Deutschland. Laut einem Bericht von bielefeld.de wurde der Erreger in zwei weiteren Geflügelbeständen in Verl, im Kreis Gütersloh, nachgewiesen. Das Veterinäramt hat bereits eine Anpassung der Überwachungszone im Bielefelder Süden vorgenommen, die am 13. November eingerichtet wurde, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Für die Geflügelhalter in der neuen Überwachungszone gelten strenge Auflagen. Dazu gehören unter anderem die Anzeigepflicht, die Pflicht zur Aufstallung der Tiere, ein Verbringungsverbot sowie das Verbot von Ausstellungen oder Märkten mit Geflügel. Die Einhaltung dieser Maßnahmen ist entscheidend, um die Gefahr der Erregereinschleppung und -verbreitung zu minimieren.

Aktuelle Entwicklungen in Niedersachsen

Besonders in Niedersachsen ist die Situation alarmierend. Hier wurden seit September 2025 bereits 75 Ausbrüche von HPAI verzeichnet, in Landkreisen wie Cloppenburg, Diepholz und Vechta. Insgesamt meldete tierseucheninfo.niedersachsen.de in den letzten Monaten über 155 Ausbrüche in mehreren Bundesländern, wobei der H5N1-Virus die Hauptursache ist. Deutlich zeigt sich die Gefährlichkeit dieses Erregers, der besonders schwere Krankheitsbilder und hohe Sterberaten verursacht.

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung sind die Nachweise des HPAI-Virus bei Wildvögeln. Seit Beginn der HPAI-Welle wurden in Niedersachsen 336 Wildvögel positiv getestet. Besonders auffällig: Bei Kranichen wurden zentrale Nervensystemstörungen festgestellt, eine Krankheit, für die es keine Heilung gibt.

Biosicherheitsmaßnahmen und Empfehlungen

Um der Bedrohung durch HPAI entgegenzuwirken, wurden Biosicherheitsmaßnahmen für Geflügelhalter gesetzlich vorgeschrieben. Tierhalter wird empfohlen, keine toten Vögel anzufassen und den Kontakt mit Wildvögeln zu vermeiden. Außerdem sollte auf strikte Hygiene geachtet werden. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) geht von einem hohen Risiko für die Einschleppung des Erregers in Geflügelhaltungen aus, jedoch ist das Risiko für Menschen gering. Seit 2020 wurden in Europa weniger als zehn Infektionen bei Menschen gemeldet, meist mild oder symptomlos.

Laut fli.de gibt es derzeit keine Impfstrategien gegen HPAI in Deutschland, wobei eine präventive Impfung in der Planung ist. Aber die Situation bleibt angespannt, da die Bedrohung durch neue HPAI-Genotypen ansteigt und die Überwachung weiter intensiviert werden muss.

Angesichts der sich schnell ausbreitenden Geflügelpest ist es für alle Betroffenen entscheidend, aufmerksam zu bleiben und die vorgegebenen Maßnahmen konsequent einzuhalten, um die Sicherheit der Geflügelbestände zu gewährleisten und die Ausbreitung des Virus einzudämmen.