Heute ist der 13.03.2026, und in Bielefeld wird in einer Lagerhalle am Stadtrand ein bemerkenswertes Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen. Jeanne Kraus-But und etwa 20 andere Ukrainerinnen und Ukrainer haben sich zusammengefunden, um Tarnnetze zu produzieren, die an die Front in der Ukraine geschickt werden, um den Soldaten Schutz zu bieten. Kraus-But arbeitet gerade daran, zwei weiße Tarnnetze miteinander zu verknüpfen, um sie breiter zu machen. Diese Initiative ist nicht nur eine praktische Hilfe, sondern auch ein Ausdruck des Zusammenhalts und der Solidarität innerhalb der ukrainischen Community in Deutschland.
Die Lagerhalle wird dreimal wöchentlich von der ukrainischen Gemeinschaft genutzt, die sich aus Menschen zusammensetzt, die zum Teil seit Jahrzehnten in Deutschland leben. Die meisten jedoch sind seit 2022 vor dem Krieg geflüchtet. Eine der engagierten Helferinnen ist die 73-jährige Valentyna Romanowa, die als Lehrerin in der Ukraine gearbeitet hat und seit vier Jahren in Deutschland lebt. Sie flechtet grüne Stoffstreifen zu einem Wald-Tarnnetz und beschreibt die Gemeinschaft als familiär. Neben der Produktion von Tarnnetzen werden in der Lagerhalle auch Kerzen aus geschmolzenem Wachs hergestellt, die bis zu sechs Stunden brennen. Diese Kerzen sind besonders wichtig für Wärme und zum Kochen, insbesondere bei Stromausfällen durch russische Angriffe.
Gemeinschaft und Unterstützung
Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft koordiniert die Hilfe und hat ihre Arbeit seit Kriegsbeginn angepasst. Tanja Schuh, die Vorsitzende der Gesellschaft, hebt den starken Zusammenhalt in der Gemeinschaft hervor. In der Lagerhalle finden zudem kulturelle Aktivitäten statt, darunter Konzerte und Spielangebote für Kinder. Bislang wurden hier fast 500 Tarnnetze produziert, wobei das 491. Tarnnetz weiß ist und speziell für den Einsatz im Schnee gedacht ist.
Ein ähnliches Engagement zeigt sich auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo rund 28.800 ukrainische Flüchtlinge leben. Im Zukunftsladen in Rostock treffen sich ukrainische Flüchtlinge und Deutsche, um das Land zu unterstützen. Olga Svyrydovska, eine 47-jährige Flüchtlinge aus Saporischschja, lebt seit zwei Jahren in Rostock mit ihrer Mutter und Tochter. Ihr Mann ist in der Ukraine geblieben, um zu kämpfen, und sie hat seit über einem Jahr nichts von ihm gehört. Im November 2025 begannen Ehrenamtliche, Tarnnetze für die Kriegsfront zu knüpfen, und mittlerweile sind 40 bis 50 Ehrenamtliche daran beteiligt. Diese Tarnnetze werden in der Ukraine aus günstigem Material hergestellt und in Rostock zu Schutznetzen für Panzer und Stellungen verarbeitet.
Finanzielle Unterstützung und Zukunftsperspektiven
Das Projekt in Mecklenburg-Vorpommern erhält Unterstützung durch Spenden, wie Organisator Mykhailo Isaiev mitteilt. Darüber hinaus stellt das Land seit 2024 jährlich 100.000 Euro für die Ukraine-Hilfe zur Verfügung. Diese Mittel werden verwendet, um Vereine und Initiativen zu unterstützen, darunter auch Ferienlager für ukrainische Jugendliche. Olga Svyrydovska hofft auf ein baldiges Ende des Krieges, um eines Tages nach Saporischschja zurückkehren zu können.
Die Initiativen in Bielefeld und Mecklenburg-Vorpommern zeigen eindrucksvoll, wie lokale Gemeinschaften durch Solidarität und Zusammenarbeit in Krisenzeiten stark bleiben können. Diese Projekte sind nicht nur ein Zeichen der Unterstützung für die Ukraine, sondern auch eine Möglichkeit für die Menschen hier, sich aktiv einzubringen und einen Unterschied zu machen. Der Krieg gegen die Ukraine ist seit vier Jahren präsent und hat nicht nur die Menschen vor Ort betroffen, sondern auch weitreichende Auswirkungen auf die europäische Gemeinschaft.
Für weitere Informationen zu diesen Projekten und der aktuellen Situation werfen Sie einen Blick auf die Artikel von WDR und Tagesschau.





