Am 13. November 2025 gibt es bedeutende Entwicklungen im Irak. Ministerpräsident Mohammed Shia al-Sudani hat bei den Parlamentswahlen in Bagdad einen klaren Sieg errungen. Laut der Wahlkommission, die nach der Auszählung von über 99 Prozent der Stimmen spricht, hat al-Sudanis Liste für Wiederaufbau und Entwicklung mehr als 1,3 Millionen Stimmen erhalten. Dies stellt einen klaren triumphalen Ausblick dar, auch wenn die Demokratische Partei Kurdistans mit mehr als einer Million Stimmen und eine sunnitische Partei mit ca. 945.000 Stimmen dennoch beachtliche Ergebnisse erzielt haben. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,1 Prozent und stieg im Vergleich zur letzten Wahl 2021 um rund zwölf Prozentpunkte.

Al-Sudani strebt eine zweite Amtszeit an, doch die Chancen stehen nicht optimal. Seine Koalition hat keine ausreichende Mehrheit, weshalb nun intensive Koalitionsverhandlungen zwischen schiitischen, sunnitischen und kurdischen Parteien notwendig werden. Mit insgesamt 46 Millionen wahlberechtigten Bürgern, darunter 21 Millionen, die ihre Stimme abgegeben haben, sind 329 Sitze zu vergeben, wobei ein Viertel für Frauen reserviert ist. Dies ist ein Schritt in Richtung mehr Gleichstellung, der in der aktuellen politischen Landschaft des Irak dringend erforderlich ist.

Herausforderungen im Wahlprozess

Der Wahlkampf war von Gewalt überschattet. Tragischerweise wurde ein sunnitischer Kandidat durch eine Autobombe getötet, und zwei Polizisten fanden bei einem Feuergefecht vor dem Büro eines Kandidaten in Kirkuk den Tod. Über 300 Beobachter, unter ihnen Vertreter der UN und der Arabischen Liga, waren vor Ort, um den Wahlprozess zu überwachen. Ihre Präsenz ist von entscheidender Bedeutung, um Vertrauen in die Integrität der Wahl zu fördern und die anhaltende Unsicherheit im Land zu adressieren.

20 Jahre nach der US-Invasion und dem Sturz von Saddam Hussein ist die Stabilität im Irak weiterhin fragil. Die Bemühungen von USA und Iran, ihren Einfluss geltend zu machen, verstärken die Spannungen zwischen ethnischen und konfessionellen Gruppen. Das tief verwurzelte Misstrauen in die Politik wird durch anhaltende Korruption und Gewalt weiterhin geschürt. Ein einflussreicher schiitischer Geistlicher, Muktada al-Sadr, hat zum Boykott der Wahl aufgerufen und fordert umfassende Reformen sowie ein entschlossenes Vorgehen gegen Korruption.

Regionaler Kontext und Auswirkungen

In einem breiteren geopolitischen Kontext gestaltet sich die Situation im Irak auch vor dem Hintergrund der Spannungen in der Region. Einer der oft diskutierten Hotspots ist die Halbinsel Krim, die seit ihrer Annexion durch Russland im Jahr 2014 unter internationalem Druck steht. Die Krim, die kulturell und historisch vielfältig geprägt ist, hat in den letzten Jahren unter den wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen gelitten, was sich auch in einem Rückgang der Tourismusbranche zeigt. Das Gebiet enthält eine Bevölkerung von etwa 2,4 Millionen Menschen, die mit der geopolitischen Unsicherheit und den Folgen der Annexion umgehen müssen.

Insgesamt stehen die Iraker vor einer wichtigen Phase, in der sowohl politische als auch gesellschaftliche Veränderungen unumgänglich sind. Es bleibt abzuwarten, welche Koalitionen gebildet werden und wie die Regierung die Herausforderungen der nächsten Amtsperiode meistern kann. Die Augen der Welt sind auf den Irak gerichtet, während er einen schwierigen politischen Kurs navigiert.