In Bielefeld fand am 1. Oktober 2026 das traditionelle Winterfest des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld statt, das rund 200 Gäste anlockte. Die Feierlaune war trotz der aktuellen Herausforderungen hoch, wie der Vorsitzende Hermann Dedert in seiner Ansprache betonte. Insbesondere die prekären Marktbedingungen für die Landwirte waren ein zentrales Thema der Veranstaltung. Die Anwesenden, darunter über 50 Mitglieder der Landjugend, diskutierten über die schwierige Preissituation und die sinkenden Preise für Milch und Getreide. Schätzungen zufolge sind die Getreidepreise auf ein Niveau gefallen, das seit den 1980er Jahren nicht mehr erreicht wurde, was die wirtschaftlichen Aussichten für viele Betriebe stark belastet.
Doch was macht die Situation so angespannt? Laut einem Bericht von lkz.de stehen die Preise für viele Agrarprodukte unter Druck. Die Verbraucher spüren die hohe Inflation beim Lebensmitteleinkauf, was direkt auf das Geschäft der Landwirte Einfluss nimmt. Der Bauernpräsident Joachim Rukwied warnte vor einem drohenden Stillstand in einigen Betrieben, da die Produktionskosten oft die Erzeugerpreise übersteigen. Besonders schmerzhaft ist der Rückgang beim Schweinefleisch, dessen Preis auf mickrige 1,45 Euro pro Kilogramm gefallen ist.
Die Stimme der Landwirte wird lauter
Dedert forderte in seiner Rede einen Kurswechsel in der Politik, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte zu stärken und die Gängelung zu verringern. Entscheidungsträger müssen laut ihm dringend den bestehenden Investitionsstau auf den Höfen auflösen. Die Landwirte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie wieder Planungssicherheit erlangen und Vertrauen in ihre Arbeit haben können.
Im Rahmen der Feier wurden auch zahlreiche junge Berufseinsteiger geehrt, die erfolgreich ihre Ausbildung als Landwirt oder Agrarbetriebswirt abgeschlossen hatten. 15 junge Menschen erhielten Urkunden, überreicht von Dedert und weiteren prominenten Vertretern wie dem Schulleiter Thomas Rieger und dem Landrat Mirco Schmidt. Diese Ehrung zeigt, wie wichtig die Ausbildung für die zukünftige Entwicklung der Branche ist.
Marktentwicklungen im Ausland und die Rolle der EU
Ein Blick auf die europäische Agrarpolitik zeigt, dass die Europäische Kommission die Preissituation und Marktentwicklungen genau beobachtet. Wie agriculture.ec.europa.eu berichtet, werden Markt- und Einkommensprognosen regelmäßig aktualisiert. Das alles geschieht im Rahmen der Bemühungen, die Lebensmittelversorgung und -nachfrage im internationalen Kontext zu sichern.
Doch die Herausforderungen sind weiterhin groß. Viele Landwirte haben sich trotz der wachsenden Nachfrage nach Bioprodukten zurückhaltend beim Umstieg auf Bio aus Angst vor den damit verbundenen Risiken und Unsicherheiten geäußert. Rukwied stellte klar, dass staatliche Fördermaßnahmen notwendig seien, um die Biolandwirtschaft tragfähig zu gestalten und die Landwirte zu entlasten.
Insgesamt bleibt die Lage für die Landwirte auch im Jahr 2026 angespannt. Die Unsicherheiten, die mit den schwankenden Preisen und den steigenden Produktionskosten einhergehen, wiegen schwer auf vielen Betrieben. Es ist offensichtlich, dass hier ein Handlungsbedarf besteht, um die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern.