Am kommenden Dienstag wird es massive Einschränkungen im Nahverkehr zwischen Düsseldorf und dem Bergischen Land geben. Beschäftigte mehrerer kommunaler Verkehrsunternehmen legen ganztägig die Arbeit nieder, laut Gewerkschaft Verdi. Betroffen sind Busse und Straßenbahnen in den betroffenen Städten, während S-Bahnen und Regionalzüge nicht von dem Warnstreik betroffen sind. Der Tarifkonflikt, der nach zwei Verhandlungsrunden weiterhin ungelöst ist, betrifft etwa 30.000 Beschäftigte in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen (NRW). Die Gewerkschaften fordern u.a. mehr Ruhezeit zwischen Schichten, höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Verkehrsunternehmen halten die Forderungen für überzogen. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel von WDR.
Bereits am Freitag wurden Verkehrsunternehmen in Köln, Bonn und Monheim bestreikt, und letzten Samstag gab es Ausfälle in mehreren Städten des Ruhrgebiets. Verdi rief Beschäftigte der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra), der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH (HCR) und der Vestischen in Herten zu Arbeitsniederlegungen auf. Der Druck auf die Arbeitgeberseite wächst, da die Forderungen auch in anderen Bundesländern laut werden. Am 27. und 28. Februar 2026 plant ver.di bundesweit einen Arbeitskampf im kommunalen Nahverkehr, der ähnliche Auswirkungen wie die aktuellen Warnstreiks haben könnte. Auch an diesen Tagen werden in zahlreichen kommunalen Nahverkehrsunternehmen ganztägig keine Busse und Bahnen fahren, während der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen unberührt bleibt.
Hintergrund und Forderungen
Die Tarifverhandlungen in NRW finden mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV NW) statt. In der ersten Verhandlungsrunde gab es kein Angebot der Arbeitgeber, was die Situation zusätzlich anheizt. Ver.di fordert unter anderem, die wöchentliche Arbeitszeit auf 37 Stunden zu kürzen, mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen Schichten zu garantieren und mindestens 40 Prozent Zuschlag für Sonntagsarbeit einzuführen. Zudem wird eine Erhöhung des Freistellungsumfangs für Gewerkschaftsarbeit auf 8 Tage sowie eine Ausweitung des Geltungsbereichs auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobs gefordert. Die Laufzeit des neuen Manteltarifvertrags soll 24 Monate betragen. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 2. und 3. März 2026 angesetzt.
Ein weiterer Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist, sind die hohen Belastungen durch Schichtarbeit im Fahrdienst, wie eine Studie von ver.di und der Klimaallianz Deutschland belegt. Diese Belastungen stehen im direkten Zusammenhang mit den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr.Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Die Auswirkungen der Warnstreiks
Die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr betreffen nicht nur NRW, sondern ziehen sich durch ganz Deutschland. Am 27. und 28. Februar 2026 wird mit einem umfassenden Ausfall des Bus- und Bahnverkehrs in den meisten Regionen gerechnet. Auch am Sonntag, den 1. März 2026, könnten die Auswirkungen noch spürbar sein. Während die Deutsche Bahn (Fernverkehr, Regionalzüge, S-Bahnen) weiterhin planmäßig fährt, sind kommunale Nahverkehrsunternehmen wie Busse, Trams und U-Bahnen stark betroffen.Hier finden Sie aktuelle Meldungen zu den Warnstreiks.
Insgesamt zeigt sich, dass der Druck auf die Arbeitgeberseite in der deutschen Verkehrswirtschaft zunimmt, und die kommenden Tage könnten entscheidend für die weitere Entwicklung im Tarifkonflikt werden. Die Beschäftigten fordern nicht nur bessere Löhne, sondern auch eine grundlegende Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen – ein Thema, das die gesamte Branche betrifft und weitreichende Konsequenzen für die Mobilität in Deutschland haben könnte.