Am vergangenen Freitagabend kam es beim Spiel zwischen dem VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf zu einem Vorfall, der die Sicherheitslage in deutschen Fußballstadien erneut in den Fokus rückt. Während einer Pyroshow im Gästeblock wurden mehrere Personen verletzt und es gab Bedrohungen, die die Verantwortlichen des VfL Bochum zu einer Stellungnahme veranlassten. Der Verein kündigte Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an und plant, die Verteilung der Auswärtstickets neu zu reglementieren. Insbesondere die Aufteilung und Nutzung von Steh- und Sitzplätzen soll überarbeitet werden. Um weitere Maßnahmen zu besprechen, wird ein „Lenkungskreis“ mit Polizei, Stadt und Feuerwehr gebildet. Der Verein betont, dass Familien und Kinder sich in Zukunft nicht unwohl oder bedroht fühlen sollen. Allerdings bleibt die Umsetzung der angekündigten Reglementierungen unklar (Faszination Fankurve).
Die Sicherheitslage in deutschen Fußball-Stadien hat sich in der Saison 2024/2025 insgesamt verbessert, wie ein Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) zeigt. So ist die Anzahl der verletzten Personen auf 1.107 gesunken, was einem Rückgang von 17,2 Prozent im Vergleich zur vorherigen Saison entspricht. Auch die eingeleiteten Strafverfahren durch Polizeibehörden sind um 22 Prozent auf 5.197 zurückgegangen. Dies sind erfreuliche Zahlen, die jedoch durch einen Anstieg bei den Pyrotechnik-Verstößen getrübt werden. In der aktuellen Saison gab es 4.783 Verstöße, im Vorjahr waren es noch 2.766. Zudem wurden 95 Personen durch Pyrotechnik-Verstöße verletzt. ZIS-Leiter Michael Madre fordert daher ein konsequenteres Vorgehen gegen den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik in Stadien (ZDF Heute).
Sicherheitszahlen und Herausforderungen
Die ZIS hat die Sicherheitszahlen für deutsche Fußball-Stadien analysiert und festgestellt, dass bei insgesamt 2.683 Partien der höchsten vier deutschen Spielklassen, DFB-Pokal und UEFA-Klubwettbewerben ein Rückgang bei Verletzten und Strafverfahren zu verzeichnen ist. Insbesondere bei den Besuchern gab es einen Rückgang von 1.501 verletzten Personen im Vergleich zum Vorjahr, was einem Rückgang von 18,78 Prozent entspricht. Gleichzeitig sind die Besucherzahlen gestiegen, was die Attraktivität des Fußballs unterstreicht. In der Bundesliga gab es sogar einen Anstieg von 1,2 Millionen Zuschauern (4,1 Prozent) (Kicker).
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die Herausforderung, den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik zu kontrollieren. Wie die ZIS berichtet, gab es allein bei Auseinandersetzungen während des Spiels Eintracht Frankfurt gegen VfB Stuttgart 116 Verletzte. Auch bei der Begegnung Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden wurden 54 Verletzte gezählt, die fast 25 Prozent der Gesamtanzahl in der 3. Liga ausmachten. Die Polizei hat ihre Arbeitsstunden von 2,876 Millionen auf 2,622 Millionen gesenkt, dennoch bleibt das Niveau hoch. Die Diskussionen um Sicherheitskonzepte sind intensiver geworden, insbesondere seit dem Sicherheitsgipfel der Innenminister im Oktober 2024, bei dem erste Maßnahmen beschlossen werden sollen.
Die Situation in den Stadien erfordert also weiterhin Aufmerksamkeit und Maßnahmen, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Die bevorstehenden Gespräche der Innenminister-Konferenz könnten entscheidend für die zukünftige Sicherheit im deutschen Fußball sein.





