Die Bonner Oper erweist sich einmal mehr als ein beliebter Treffpunkt für Theaterbegeisterte. Am 22. Dezember 2025 war die Vorstellung des Musicals „Tootsie“ nahezu ausverkauft und zog ein Publikum aus allen Altersklassen an. Es zeigt sich, dass die Inszenierung des Musicals, das am 26. Oktober 2025 in einer Kooperation mit München Premiere feierte, auf reges Interesse stößt. Die Zuschauer, vorwiegend mittleren Alters und ältere Kinder, waren sichtlich begeistert von der Darbietung und der mitreißenden Musik. Wie deropernfreund.de berichtet, beginnt die Bonner Aufführungsreihe mit einer Laufzeit bis zum 14. Mai 2026.
Von der Filmvorlage zur Bühneninszenierung
Im Original-Film spielte Dustin Hoffman die zentrale Figur, jedoch wurde die Hauptrolle in der aktuellen Bonner Inszenierung von Julian Culeman übernommen. Unter der musikalischen Leitung von Jürgen Grimm wird ein 20-köpfiges Ensemble eingesetzt, das die eingängige Musik aus der Feder von Yazbek zum Leben erweckt. Diese Kombination aus klassischem Broadway-Sound und modernen Pop- sowie Jazz-Elementen sorgt für frischen Wind auf der Bühne. Wie bereits erwähnt, sind die Kostüme für die Bonner Inszenierung komplett neu geschneidert worden, um die Verwandlungen und die gängigen Theaterklischees bestmöglich zu präsentieren.
Die Struktur des Musicals erlaubt es den Charakteren, eine bemerkenswerte Entwicklung durchzumachen. Die weiblichen Figuren sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern kommen als starke, vielschichtige Charaktere zur Geltung. Während die Entwicklung der Frauenrollen am Broadway laut broadwaycollection.com immer weiter voranschreitet, spiegelt „Tootsie“ die Ideale dieser Zeit wider, indem es traditionelle Geschlechterrollen hinterfragt und gleichzeitig unterhält.
Ein Erfolg auf vielen Bühnen
Das Musical hat auf verschiedenen Bühnen seines Weges sowohl Lob als auch Kritik geerntet. Während die Aufführungen in Chicago und Broadway gelobt wurden, gab es auch kritische Stimmen aus der transgender und nicht-binären Gemeinschaft bezüglich der Darstellung der Geschlechterrollen. Dennoch: „Tootsie“ wurde für zahlreiche Auszeichnungen nominiert, darunter die begehrte Tony Awards und Drama Desk Awards. Die Geschichte von Michael Dorsey alias Dorothy Michaels beschäftigt sich nicht nur mit den Herausforderungen eines Schauspielers, sondern auch mit den tiefen menschlichen Beziehungen und den Komplikationen, die seine unkonventionelle Verkleidung mit sich bringt. Das sind Themen, die trotz aller Komik relevante gesellschaftliche Fragen aufwerfen.
Das Verhältnis von Zuschauer zu Charakteren, sowohl männlich als auch weiblich, wird immer bedeutender. „Tootsie“ ist ein Beispiel für die aktuellen Trends im Theater, die sich nicht scheuen, einen lockeren, aber auch kritischen Blick auf die Welt des Schauspiels zu werfen, während sie gleichzeitig das Publikum bestens unterhält.