Das Forum Altes Rathaus Borken öffnet ab kommender Woche seine Türen für eine faszinierende Studioausstellung, die Kunstliebhaber und Interessierte gleichermaßen anspricht. Im Mittelpunkt steht die Neuerwerbung „Der Maler im Patrizierhause“ von der in Borken geborenen Künstlerin Julia Schily-Koppers. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 20. März, um 18 Uhr in der Markt 15 in Borken statt. Eine Anmeldung zur Eröffnung ist nicht erforderlich, und die Ausstellung wird ab Samstag, den 21. März, zu den regulären Öffnungszeiten des Forums kostenfrei zugänglich sein. Die Borkener Zeitung berichtet, dass das Gemälde 2025 erworben und inzwischen restauriert wurde.

„Der Maler im Patrizierhause“ wurde 1889 auf der Kunstausstellung der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden präsentiert und ist stilistisch der Genremalerei der Düsseldorfer Schule zuzuordnen. Das Gemälde bezieht sich auf niederländische Meister des 17. Jahrhunderts und thematisiert Sehen und Verbergen, die Kunst des Malens sowie den Wandel der Kinderbildnisse. Symbolisch werden in diesem Werk alle fünf Sinne angesprochen, was es zu einem besonders eindrucksvollen Kunstwerk macht. Der Titel der Ausstellung „Kunst bringt Gunst“ verweist auf ein weiteres Gemälde von Schily-Koppers, das 1891 in Berlin ausgestellt wurde. Ergänzende Zeichnungen aus den Beständen der Stadt Borken und des Heimatvereins Borken runden die Präsentation ab. Zudem wird eine historische Fototafel gezeigt, die eine ähnliche Komposition zu „Der Maler im Patrizierhause“ illustriert.

Die Künstlerin Julia Schily-Koppers

Julia Amalia Magdalena Koppers wurde am 10. Februar 1855 in Borken geboren und war das dritte Kind des Juristen Albert Koppers und seiner Frau Auguste. Nach einem Haushaltsjahr, das auf Wunsch ihrer Eltern stattfand, begann sie ihre Ausbildung bei dem Münsteraner Maler Dominik Mosler, bevor sie 1876 ihr Studium der Malerei in Düsseldorf fortsetzte. Dort erhielt sie Unterricht von renommierten Professoren der Kunstakademie, unter anderem Wilhelm Sohn, Eduard von Gebhardt und Benjamin Vautier. Ihre ersten Ausstellungen datieren auf das Jahr 1878.

Im Jahr 1883 erlangte Julia Schily-Koppers besondere Aufmerksamkeit, als Kaiser Wilhelm I. ihr Bild „Gelegenheit macht Diebe“ erwarb. 1892 heiratete sie den Ingenieur Leo Schily in Düsseldorf, und die Familie zog zunächst nach Bielefeld-Gadderbaum. Es folgten zahlreiche Umzüge, während sie weiterhin künstlerisch tätig war und Aufträge aus Städten wie Borken, Münster, Hamburg, Dresden und Halle erhielt. Ab 1920 konzentrierte sich Julia wieder auf die Porträt- und Genremalerei, bis sie 1944 in Parow bei Stralsund starb, während sie ihren jüngsten Sohn Fritz besuchte. Weitere Informationen zu ihrem Leben und Werk finden Sie auf der Webseite der Farb Borken.

Der Einfluss der Düsseldorfer Schule

Die Düsseldorfer Schule, zu der Julia Schily-Koppers gehörte, spielte eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Malerei in Deutschland, insbesondere im 19. Jahrhundert. Nach 1945 erlebte die Malerei in Deutschland Erneuerungsimpulse, die stark von den USA und dem abstrakten Expressionismus geprägt waren. In den 1950er und 60er Jahren wandte sich die Kunstszene zunehmend der Abstraktion zu. In Düsseldorf entwickelten sich verschiedene Künstlergruppen und Einzelpersönlichkeiten, die die Kunstszene nachhaltig prägten. Düsseldorfer Malerschule bietet eine umfassende Perspektive auf diese Entwicklung, inklusive der Einflüsse von Künstlern wie Joseph Beuys und Gerhard Richter, die neue Darstellungsformen und gesellschaftliche Ansätze in der Kunst suchten.

Die Ausstellung im Forum Altes Rathaus Borken bietet somit nicht nur einen Einblick in das Werk von Julia Schily-Koppers, sondern auch in die bedeutenden Strömungen der Düsseldorfer Kunstszene, die bis heute nachwirken.