Im nächsten Monat wird das Forum Altes Rathaus Borken (Farb) zu einem Hotspot für Kunstfreunde. Ab Freitag, den 20. März, öffnet die neue Studioausstellung mit dem Titel „Kunst bringt Gunst“ ihre Türen. Im Mittelpunkt steht das frisch restaurierte Gemälde „Der Maler im Patrizierhause“ von Julia Schily-Koppers. Dieses Kunstwerk, das 2025 erworben wurde, verleiht der Ausstellung nicht nur einen historischen Wert, sondern zeigt auch die künstlerische Handschrift einer der wenigen weiblichen Künstlerinnen ihrer Zeit. Die Eröffnung findet um 18 Uhr statt, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Für interessierte Besucher ist die Ausstellung ab dem 21. März zu den regulären Öffnungszeiten kostenfrei zugänglich, wie die Borkener Zeitung hier berichtet.

Julia Amalia Magdalena Koppers, die 1855 in Borken geboren wurde, war ein echter Pionier in der deutschen Kunstszene. Auf Wunsch ihrer Eltern absolvierte sie zunächst ein Haushaltsjahr, bevor sie ihre Leidenschaft für die Malerei entdeckte. Unter Anleitung des Münsteraner Malers Dominik Mosler und später an der renommierten Kunstakademie in Düsseldorf vertrat sie die Genremalerei, die zu den Stilen der Düsseldorfer Schule zählt – einem künstlerischen Erbe, das bis heute hochgeachtet wird. Auch die Ausstellung im Farb spiegelt ihren Einfluss wider, denn ihr Werk thematisiert Sehen und Verbergen, indem es symbolisch alle fünf Sinne anspricht, wie die Stadt Borken in ihren Informationen darstellt.

Ein Blick auf das Gemälde

„Der Maler im Patrizierhause“, das 1889 auf der Kunstausstellung der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden präsentiert wurde, verkörpert eine faszinierende Auseinandersetzung mit den Themen Malerei und gesellschaftlicher Stellung. Das Gemälde ist nicht nur eine Hommage an niederländische Meister des 17. Jahrhunderts, sondern thematisiert auch den Wandel der Kinderbildnisse. Ergänzende Zeichnungen aus den Beständen der Stadt Borken und des Heimatvereins Borken werden die Präsentation abrunden und einen tieferen Einblick in Schily-Koppers’ künstlerisches Schaffen geben, wie auf der offiziellen Seite des Farb geschildert.

Besonders interessant ist, dass zur Ausstellung auch eine historische Fototafel gezeitigt wird, die eine ähnliche Komposition zeigt. Diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterstreicht den Stellenwert von Julia Schily-Koppers in der Kunstgeschichte und beleuchtet gleichzeitig, wie die Düsseldorfer Malerschule, aus der sie hervorging, die Kunstszene Deutschlands im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert prägte. Ihre Werke fügen sich nahtlos in die Entwicklung hin zu neuen Kunstströmungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Düsseldorf einsetzten und von bedeutenden Persönlichkeiten wie Joseph Beuys und Gerhard Richter geprägt waren – einem Erbe, das auch für heutige Künstler noch inspirierend ist, wie die Düsseldorfer Malerschule beschreibt.

Ein Erbe, das bestehen bleibt

Julia Schily-Koppers’ Leben war von Höhen und Tiefen geprägt. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit war sie Mutter von vier Kindern, sechsmal verwitwet und musste sich auch während der beiden Weltkriege um ihre Familie kümmern. Dennoch hielt sie an ihrer Passion fest und widmete sich ab 1920 vermehrt der Porträt- und Genremalerei. Ihre heute zeitlos wirkenden Werke sind mehr als nur Bilder; sie sind Ausdruck einer Zeit, in der Kunst sowohl die Herausforderungen als auch die Schönheit des Lebens einfing, was sie zu einer inspirierenden Figur für nachfolgende Generationen macht.

Die Ausstellung „Kunst bringt Gunst“ bietet eine einmalige Gelegenheit, sich mit dem Schaffen einer bemerkenswerten Künstlerin auseinanderzusetzen, die in ihrer Zeit oft nicht die Wertschätzung erhielt, die ihr zustand. Ein Besuch im Farb lohnt sich also zweifellos, zumal Kunst immer auch ein Stück Gunst für alle Sinne mit sich bringt – ganz im Sinne von Julia Schily-Koppers.