In Bottrop tut sich einiges in puncto Radverkehr. Der neue Radweg, der auf der ehemaligen RAG-Hafenbahntrasse errichtet wird, ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Fahrradkultur in der Region. Die Radvorrangroute wird mit einer Breite von 4 Metern, asphaltierter Oberfläche und Solarbeleuchtung ausgestattet sein. Technischer Beigeordneter Klaus Müller merkte an, dass die Route rechtlich nicht unter die Kategorie Radschnellweg fällt, da die Anzahl der Anwohner in der Umgebung zu gering ist. Dennoch kann dieser Radweg einen positiven Beitrag zur Vernetzung der Städte leisten.
Die Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt von 2,85 Kilometern betragen etwa 4,5 Millionen Euro, wobei beeindruckende 90 Prozent der Finanzierung durch Fördergelder abgedeckt sind. Der erste Abschnitt führt von der Bahnhofstraße in Bottrop bis zur Stadtgrenze nach Gladbeck und wird Radlern die Möglichkeit bieten, wichtige Ziele wie den Tetraeder, den Bernepark und den Bottroper Hauptbahnhof bequem zu erreichen. Darüber hinaus wird der bestehende Citytrail in Gladbeck direkt an die neue Route angeschlossen.
Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Der Bauplan sieht vor, dass die Route in einem weiteren Abschnitt durch den Stadtteil Ellinghorst bis in die Gladbecker Innenstadt erweitert wird. Diese Erweiterung ist frühestens für Mitte bis Ende 2027 geplant, mit einer Fertigstellung im Jahr 2028. An der Stadtgrenze wird eine alte, marode Brücke aus dem Jahr 1914 abgerissen, um Platz für eine moderne Aluminium-Leichtbaubrücke zu schaffen, die im Frühjahr 2027 installiert werden soll.
Ein interessantes Detail ist, dass der ursprünglich geplante Radschnellweg RS7, der nur wenige Meter von der neuen Radvorrangroute verläuft, mit dem RS1, einem bereits in Betrieb genommenen Radschnellweg, verbunden ist. Dieser erstreckt sich von Moers bis Hamm und verbindet elf Städte im Ruhrgebiet. Insgesamt wurde die Machbarkeitsstudie für Radschnellwege in Nordrhein-Westfalen bereits 2013 in Auftrag gegeben, jedoch verzögerten politische und bautechnische Hürden den Start. Die ersten Bauarbeiten in Bottrop begannen erst nach Erhalt des Förderbescheids im August 2025.
Die Rolle des Radschnellwegenetzes
Der RS7 wird nicht nur die Städte Bottrop und Gladbeck miteinander verknüpfen, sondern auch das gesamte Ruhrgebiet durch ein regionales Radschnellwegenetz bereichern. Die Planungen erfolgen durch die Stadtverwaltungen in Kooperation mit Straßen.NRW. Besonders hervorzuheben ist, dass der Abschnitt auf Essener Stadtgebiet ebenfalls von Straßen.NRW geplant und umgesetzt wird.
Bis zum Sommer 2027 soll der erste Abschnitt der Radvorrangroute freigegeben werden, und in den kommenden Jahren sind insgesamt vier Abschnitte mit einer Gesamtlänge von fünf Kilometern bis 2030 in Planung. Bänke und Sitzmöglichkeiten sind entlang der Strecke eingeplant, während konkrete Pläne für Gastronomie- oder Freizeitangebote momentan noch in der Entwicklung sind.
Diese neuen Radwege zeigen nicht nur das Engagement für den flächendeckenden Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur, sondern auch, dass der Radverkehr im Ruhrgebiet zukunftsträchtig ist. Es bleibt spannend, wie sich dieser Prozess entwickeln wird und welche neuen Möglichkeiten er den Radfahrern in der Region bieten wird. Für alle Interessierten sei empfohlen, die Fortschritte auf den Seiten von Ruhr24 und STRASSEN.NRW zu verfolgen.