Am 5. Dezember ist es wieder soweit: Der Internationale Tag des Ehrenamtes steht vor der Tür, um die besonderen Leistungen unzähliger Freiwilliger bundesweit zu würdigen. Auch im Kreis Coesfeld zieht man Bilanz: Laut dem aktuellen Ehrenamtsatlas von Westlotto 2024 engagieren sich beeindruckende 55% der Bürger hier ehrenamtlich. Diese erstaunliche Zahl zeigt, wie wichtig das Ehrenamt für das soziale Gefüge in unserer Region ist. Für jedes einzelne Engagement summieren sich die Beiträge auf durchschnittlich 172 Stunden pro Person und Jahr, was einem wirtschaftlichen Wert von 216,5 Millionen Euro entspricht, basierend auf dem Mindestlohn von April 2024.
Der Gedenk- und Aktionstag, der 1985 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, hat seither zahlreiche Menschen dazu angeregt, sich aktiv in ihrer Gemeinschaft einzubringen. In Coesfeld engagieren sich die Freiwilligen vor allem in den Bereichen Sport, Nachbarschaftshilfe, Natur- und Tierschutz sowie bei Rettungsdiensten. Besonders erfreulich ist, dass 45% der Ehrenamtlichen im Kreis sich überdurchschnittlich gut wertgeschätzt fühlen, was laut Radiokiepenkerl über dem Landesdurchschnitt liegt.
Wertschätzung und Herausforderungen
Doch wie steht es um die Wertschätzung der Engagierten? Der Wertschätzungsindex (WSI) zeigt, dass die Politik mit 31 von 100 Punkten und die Gesellschaft mit 58 Punkten noch Luft nach oben haben. Gemeinhin äußern Ehrenamtliche den Wunsch nach mehr medialer Präsenz ihrer Projekte, um das gesellschaftliche Miteinander zu unterstützen. Arbeitgeber könnten ebenfalls aktiver werden, etwa durch flexiblere Arbeitszeitmodelle und die Anrechnung des Ehrenamtes auf die Rente. Dies könnte insbesondere junge Menschen ansprechen; deren Zahl im Ehrenamt steigt, was durchaus positiv ist.
- 91% der Ehrenamtlichen legen Wert auf Tätigkeiten in Wohnortnähe.
- 91% schätzen den Austausch mit anderen.
- 88% fordern funktionierende Strukturen.
Doch trotz der positiven Aspekte bleibt die Herausforderung, weitere Engagierte zu gewinnen. Mangelnde Zeit, finanzielle Ressourcen und die Suche nach neuen Freiwilligen stehen an oberster Stelle. Ein gut funktionierendes Ehrenamt kann jedoch nicht nur den Einzelnen stärken, sondern auch das gesamte Gemeinschaftsgefühl, wie es zahlreiche Studien belegen.
Ehrenamt als gesellschaftliche Säule
Die rege Beteiligung am Ehrenamt in Deutschland ist nicht zu unterschätzen: rund 16,9 Millionen Menschen engagierten sich 2025 freiwillig für das Gemeinwohl. In diesem Zusammenhang ist die Beteiligungsquote an organisierter Freiwilligenarbeit mit 27,5 Prozent ein wichtiges Indiz für die Integration dieser Aktivitäten in das alltägliche Leben. Es wird deutlich, dass in Sportvereinen, Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen das Ehrenamt eine tragende Rolle spielt, um den sozialen Zusammenhalt zu fördern.
In eine spannende Zukunft blickend, wird deutlich, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, noch mehr Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Durch Unterstützungsangebote und mehr Sichtbarkeit können wir alle dazu beitragen, das ehrenamtliche Engagement in unserer Region weiter zu stärken. Die nächsten Schritte sind klar: Vor allem politische Unterstützung und gesellschaftliche Wertschätzung sind gefragt.
Es bleibt zu hoffen, dass der Internationale Tag des Ehrenamtes nicht nur ein Anlass zum Feiern ist, sondern auch zu einer stärkeren gesellschaftlichen Anerkennung und zu neuen Initiativen führt, die es den vielen Freiwilligen ermöglichen, weiterhin Großartiges zu leisten.
In diesem Sinne, lassen sich unsere Ehrenamtlichen feiern und die besten Ideen für die Zukunft zusammenbringen!