Im Kreis Coesfeld scheint ein neues Kapitel in der Geschichte der Geflügelpest aufgeschlagen zu werden. MS Aktuell berichtet, dass Anfang November ein Wildvogel zwischen Seppenrade und Dülmen positiv auf das Virus getestet wurde. Diese Nachricht hat nun die Kreisverwaltung dazu veranlasst, nach bestätigtem Befund Maßnahmen zu ergreifen, um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern.
Die zuständigen Behörden haben beschlossen, dass Geflügelhalter in den Gemeinden Nordkirchen, Lüdinghausen, Olfen und im südlichen Dülmener Stadtgebiet ihre Tiere in geschlossenen Ställen halten müssen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Kontakte zwischen Hausgeflügel und möglicherweise infizierten Wildvögeln zu vermeiden. Besorgniserregend ist außerdem, dass in einem Bestand mit freilaufenden Legehennen das Virus des Subtyps H5 nachgewiesen wurde. Ein abschließender Befund vom Friedrich-Löffler-Institut steht allerdings noch aus.
Hintergrund zur Vogelgrippe
Doch was bedeutet das für uns und die Geflügelbestände? Die Vogelgrippe, insbesondere der Subtyp H5N1, ist seit vielen Jahren ein ständiger Begleiter in der Tierhaltung. Laut Wikipedia wurde der Virus erstmals 1959 in Schottland dokumentiert und ist mittlerweile weltweit verbreitet. Die Übertragung von Vögeln auf Menschen ist zwar selten, aber dennoch möglich, meist nach intensivem Kontakt zu infizierten Tieren.
In Deutschland wurden bislang keine Übertragungen von der Vogelgrippe auf Menschen registriert. Dennoch warnen die Behörden insbesondere die Geflügelhalter, ihre Tiere unter strengen Auflagen zu halten und aufmerksam zu sein. Dazu kommt, dass das Robert-Koch-Institut und die Ständige Impfkommission an die Grippeimpfung erinnern, da die Kombination von Grippe- und aviären Influenzaviren durchaus neue Virusvarianten hervorbringen könnte.
Internationale Lage und Risikoeinschätzungen
International betrachtet, war die Situation im Jahr 2023 besorgniserregend: In den USA wurden mehrere Menschen mit dem H5N1-Virus infiziert, die meisten dieser Fälle traten jedoch nach Kontakt mit infiziertem Geflügel auf, was das Risiko der Übertragung unterstreicht. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) stuft das öffentliche Gesundheitsrisiko derzeit als niedrig ein, beobachtet die Entwicklungen jedoch genau und arbeitet mit den Bundesstaaten zusammen, um mögliche Übertragungen zu verfolgen. Wie die CDC in ihrem Bericht vermerkt, gab es in den USA bereits einige mildere Krankheitsverläufe und sogar einen Todesfall in Verbindung mit H5N1.
Die Behörden appellieren eindringlich an alle Geflügelhalter, die neusten Vorgaben strikt einzuhalten. Der Schutz der Tiere und die Verhinderung einer Virusausbreitung sind jetzt oberste Priorität. Beobachtungen und Laborauswertungen im Kreis Coesfeld stehen im Fokus, während weitere Nachweise in der Region die Situation zusätzlich anheizen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen wirksam sind und der Virus nicht weiter um sich greift. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, um die Tierbestände zu schützen und das Risiko für die Bevölkerung gering zu halten.