In Nordrhein-Westfalen wird ein innovatives Projekt ins Leben gerufen, das außergewöhnliche Dimensionen in der Erinnerungskultur schafft. Während einer USA-Reise von Wissenschaftsministerin Ina Brandes und dem Rektor der Technischen Universität Dortmund, Prof. Manfred Bayer, entstand die Idee zur Schaffung eines Erinnerungs- und Lernorts für Holocaust-Überlebende im Illinois Holocaust Museum. Mit dem Projekt „HOLO-VOICES“ sollen die Geschichten und Erlebnisse dieser Zeitzeug*innen lebendig gehalten werden. Ziel ist es, die Erinnerung an den Holocaust und das damit verbundene Leid der Jüdinnen und Juden zu bewahren und für zukünftige Generationen zu sichern, wie tu-dortmund.de berichtet.
Ein ganz besonderer Aspekt des Projektes ist der Einsatz von Hologramm-Technik und Künstlicher Intelligenz (KI). Diese Technologien ermöglichen es, original Videoaufnahmen von Überlebenden dreidimensional und fotorealistisch darzustellen. Besucher können mit diesen Hologrammen interagieren und Fragen stellen, wobei KI die Antworten aus den Interviews der Zeitzeug*innen ermittelt. Dadurch wird den Geschichten eine Stimme für die Ewigkeit gegeben. Die erste Zeitzeugin, die für das Projekt befragt wurde, ist die 90-jährige Eva Weyl, die 1942 nach Westerbork verschleppt wurde. Diese Technik soll nicht nur die erzählten Geschichten greifbarer machen, sondern auch die persönliche Verbindung zu den Überlieferungen intensivieren, wie heise.de festhält.
Ein Ort des Gedenkens und des Lernens
Am 27. Januar 2026, dem offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird die Ausstellung am UNESCO-Welterbe Zollverein eröffnet. Diese einzigartige Präsentation bietet nicht nur Hologramme von Inge Auerbacher und Kurt Salomon Maier, sondern auch die begleitende Ausstellung „Frag nach!“. Ein zusätzliches Highlight wird die Ausstellung „Unter Tage – Unter Zwang“ zur Zwangsarbeit im Steinkohlenbergbau in Kooperation mit dem Ruhr Museum sein. Dies alles geschieht im Rahmen eines Projektes, das als europaweit einzigartig beschrieben wird, wie wissenschaft.de erwähnt.
Die technische Umsetzung wird von Prof. Mario Botsch und seinem Team an der Fakultät für Informatik koordiniert. Zudem wurde ein umfassender Fragenkatalog für Interviews mit weiteren Holocaust-Überlebenden erstellt, an dem Studierende und Historiker maßgeblich mitgearbeitet haben. Die Bedeutung dieser persönlichen Erzählungen für ein lebendiges Gedächtnis des Nationalsozialismus kann kaum überschätzt werden. Kulturministerin Ina Brandes nennt die authentischen Schilderungen der Zeitzeugen unverzichtbar, während Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, das Projekt als Leuchtturm-Projekt für den Erhalt der Erinnerungen der Shoah-Überlebenden bezeichnet.
Hinter dieser beeindruckenden Initiative steckt nicht nur ein finanzieller Aufwand, sondern auch ein starkes Engagement. Die gesamte Projektfinanzierung beläuft sich auf rund 3,2 Millionen Euro, wobei mehrere Stiftungen etwa 35% der Kosten tragen und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen den Rest finanziert. Es bleibt zu hoffen, dass solche Projekte weiterhin ins Leben gerufen werden, um die Erinnerung nicht nur zu bewahren, sondern diese aktiv in die zukünftige Bildungsarbeit einzubeziehen.