In Köln-Klettenberg sorgt der Fund einer Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg heute für Aufregung. Die Bombe, die im Klettenbergpark entdeckt wurde, könnte potenziell gefährlich sein, da sie Jahrzehnte nach dem Abwurf detonieren kann. Daher wurde eine umfassende Evakuierung angeordnet: Etwa 8.400 Menschen müssen ihre Wohnungen im 500-Meter-Radius rund um die Fundstelle verlassen. Dies berichtet Tagesschau.
Die Evakuierung erfolgt auf Anordnung der Stadt Köln und des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf. Seit heute Nachmittag befindet sich der Bereich um den Klettenbergpark im Fokus von Feuerwehr und Sicherheitskräften. Ein erster Klingelrundgang zur Evakuierung wurde kurz vor 21 Uhr erfolgreich abgeschlossen.
Evakuierungsdetails und Anlaufstelle
Für die betroffenen Anwohner wurde in der Gesamtschule Lindenthal an der Berrenrather Straße 488 eine Anlaufstelle eingerichtet. Hier können sich die Evakuierten sammeln und erhalten weitere Informationen. Warnungen für den Verkehr wurden ebenfalls ausgesprochen: Zahlreiche Straßen, darunter die Luxemburger Straße und die Berrenrather Straße, sind gesperrt. Autofahrer sind aufgefordert, den Bereich großräumig zu umfahren, um den Zugang für Rettungskräfte zu gewährleisten.
Die Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr sind nicht zu übersehen: Die Linien 13 und 18 der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) haben ihre Routen angepasst, und eine Umleitung für die Buslinien 130 und 134 wird eingerichtet. Haltestellen wie Sülzgürtel und Klettenbergpark werden vorübergehend ohne Fahrgastwechsel bleiben.
Sicherheit hat Vorrang
Die Vorbereitungen zur Entschärfung sind äußerst akribisch. Vor der Evakuierung mussten zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden, einschließlich des Zustands und der Abdeckung der Bombe. Bomben wie diese können durch Korrosion instabil werden, was sie besonders gefährlich macht. Die Feuerwehr setzt Drohnen mit Wärmebildkameras ein, um die Situation aus der Luft zu überwachen und sicherzustellen, dass keiner der Anwohner im gefährdeten Bereich bleibt. Laut Ithy könnten unkontrollierte Detonationen Druckwellen über große Distanzen verursachen, was den großen Evakuierungsradius rechtfertigt.
Die Durchführung einer Evakuierung erfordert minutiöse Planung und Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Hilfsorganisationen. Dabei müssen auch Regeln des Sprengstoffgesetzes beachtet werden, das oft Radien von bis zu 1.000 Metern vorsieht, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Doch dieser Vorfall ist kein Einzelfall: Deutschland hat nach wie vor mit vielen Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen, die regelmäßig bei Bauarbeiten oder Sondierungen zum Vorschein kommen.
Die Stadt Köln und ihre Sicherheitskräfte arbeiten daher auch an einem Plan für die Entschärfung, der alle möglichen Risiken berücksichtigt. Wer sich weigert, den Evakuierungsbereich zu verlassen, muss mit Bußgeldern rechnen und verliert mögliche Entschädigungsansprüche.
Die Ereignisse zeigen eindrucksvoll, wie wichtig die Sicherheit an solch riskanten Orten ist. Die Stadt hofft, so schnell wie möglich eine sichere Lösung zu finden und das Leben in Klettenberg wieder zur Normalität zurückzuholen. Bis dahin bleibt Geduld gefragt.
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