Am 8. März 2026 feierte Düsseldorf den Internationalen Frauentag mit einer besonderen Veranstaltung, die nicht nur eine Tradition fortsetzt, sondern auch den 40. Jahrestag des Büros für Gleichstellung und Antidiskriminierung würdigt. Unter dem Motto „Will alles oder nichts – 40 Jahre Gleichstellung in Düsseldorf“ lud Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, gemeinsam mit der Leiterin des Amts für Gleichstellung und Antidiskriminierung, Elisabeth Wilfart, zu einem bunten Programm im Schauspielhaus ein. Die kostenlosen Tickets waren schnell vergriffen, was das große Interesse an diesem bedeutsamen Tag unterstreicht.
Die Veranstaltung bot eine Plattform für spannende Diskussionen und inspirierende Reden. Keller betonte die Bedeutung der Gleichstellung in Düsseldorf und erwähnte seine Absage als Mitglied im Vorstand des Düsseldorfer Jonges, da dort keine Frauen aufgenommen werden. Stargast des Abends war die Rock-Legende Doro Pesch, die mit ihrem Song „All We Are“ das Publikum begeisterte. Doro, die seit ihrem 15. Lebensjahr in der Musikszene aktiv ist, berichtete von ihrem Werdegang und den Herausforderungen, denen Frauen im Musikgeschäft gegenüberstehen. Mit einem Mikrofon als Symbol für die Stimme der Frauen, rief sie dazu auf, dass „Frauen Frauen unterstützen“ sollten.
Diskussionen über Gleichstellung und Herausforderungen
In den Talkrunden kamen verschiedene Stimmen zu Wort, darunter Maria Kofidou von der Düsseldorf Congress GmbH sowie die Geschäftsführerinnen Victoria und Juliane Frankenheim. Die Frankenheims hoben die Notwendigkeit hervor, den Internationalen Frauentag zu feiern und sprachen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Victoria betonte, dass Schwangerschaft keine negativen Auswirkungen auf die Kompetenzen von Frauen haben sollte und dass Unternehmen Frauen aktiv unterstützen sollten, in ihre alten Positionen zurückzukehren.
Die Diskussionen umfassten auch Themen wie Mutterschaft und Arbeit im Kulturbereich, wobei Hannah Werth die Einstellung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als veränderungswürdig bezeichnete. Marie-Zoe Buchholz führte eine beeindruckende Voguing-Tanzperformance auf und kritisierte die Ungleichbehandlung im System, während sie einen Scheiterhaufen als Geschenk mitbrachte. Werth brachte ein Straßenschild mit, um für eine Umbenennung zu plädieren, was die Kreativität und den Mut der Rednerinnen verdeutlichte.
Ein Blick in die Geschichte
Der Internationale Frauentag hat eine lange Geschichte, die bis über 100 Jahre zurückreicht. Der erste Frauentag wurde 1909 in den USA eingeführt, um für Frauenrechte zu kämpfen. 1911 fand der erste Internationale Frauentag mit etwa einer Million Teilnehmern in mehreren europäischen Ländern statt. In Deutschland wurde der 8. März 1946 wieder als Frauentag eingeführt, und seit 1975 wird er von der UNO als International Women’s Day gefeiert. Inzwischen ist dieser Tag in 26 Ländern ein gesetzlicher Feiertag, in Deutschland seit 2019 in Berlin und seit 2023 in Mecklenburg-Vorpommern.
Trotz der Fortschritte bleibt die Gleichstellung der Geschlechter eine Herausforderung. Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt 4,24 Euro pro Stunde weniger als Männer, und die Gleichberechtigung ist noch lange nicht erreicht. Elisabeth Wilfart, die Gleichstellungsbeauftragte, äußerte, dass von 40 Jahren Gleichberechtigung noch keine Rede sein könne. Männer argumentieren oft, dass bereits viel für Frauen getan wurde, jedoch sind die Diskussionen und der Einsatz für Gleichstellung nach wie vor notwendig.
Die Veranstaltung in Düsseldorf endete mit dem Lied „Für dich soll es rote Rosen regnen“ und großem Applaus, was die Zusammengehörigkeit und den gemeinsamen Wunsch nach einer gerechteren Zukunft symbolisierte. Für weitere Informationen zu den Feierlichkeiten und der Entwicklung der Gleichstellungsarbeit in Düsseldorf besuchen Sie bitte Düsseldorf Aktuell und WDR. Diese Veranstaltung war nicht nur eine Feier, sondern auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung in Düsseldorf und darüber hinaus.