In Düsseldorf wird es bald ein umfassendes Angebot an Ganztagsplätzen für Grundschüler geben. Der Bundesgesetzgeber hat einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung beschlossen, der ab dem Schuljahr 2026/27 in Kraft tritt. Dies bedeutet, dass alle Grundschüler in Düsseldorf einen garantierten Platz in der Ganztagsbetreuung erhalten werden, beginnend mit den Erstklässlern im Sommer 2026. Bis 2029 sollen dann alle Grundschüler von dieser Regelung profitieren, wie antenneduesseldorf.de berichtet.

Diese Initiative zielt darauf ab, die Betreuungslücken zu schließen, die nach der Kita-Zeit für viele Familien entstehen. Ein Maßnahmepaket der Stadt Düsseldorf, das zur Umsetzung des neuen Rechtsanspruchs vorgestellt wurde, verspricht einen massiven Ausbau der Betreuungsinfrastruktur. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche betont, dass es keinerlei Einschränkungen gibt und die Stadt entschlossen ist, mit den erforderlichen Umbauarbeiten an 94 Grundschulen in Angriff zu nehmen. Die geschätzten Kosten für diese baulichen Maßnahmen belaufen sich auf rund 200 Millionen Euro.

Bereitschaft zur Umsetzung und Versorgungsquote

Aktuell besuchen etwa 22.000 Kinder eine Grundschule in Düsseldorf, und im nächsten Jahr werden voraussichtlich 4.500 Schülerinnen und Schüler von der neuen Regelung profitieren. Das Ziel des Ausbaus ist eine Versorgungsquote von 95 Prozent bis 2029, während die momentane Quote im offenen Ganztag bei ansehnlichen 84 Prozent liegt – also über dem Landesdurchschnitt. Dennoch wird an neuen Standorten wie der Gemeinschaftsgrundschule Krahnenburgstraße in Lichtenbroich, Gumbertstraße in Eller und an der Marien- sowie Henri-Dunant-Schule in Wersten ein Ersatzneubau umgesetzt, um das Angebot zu verbessern, wie nachrichten-heute.net erläutert.

Ein besonderes Augenmerk lieg auch auf der Flexibilität der Betreuungsangebote. Die Eltern können zwischen verschiedenen Betreuungszeiten wählen, die bis 14, 15 oder 16 Uhr reichen. Solche Optionen sind besonders wichtig, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden. Um sicherzustellen, dass die neuen Regelungen nicht zu Konflikten mit dem Land Nordrhein-Westfalen führen, hat die Stadt betont, dass diese Fragen nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen werden.

Finanzielle Unterstützung und Auswirkungen auf die Familien

Der Bund wird diesen Ausbau mit einem Investitionsvolumen von bis zu 3,5 Milliarden Euro unterstützen. Diese Gelder sind entscheidend, um eine hohe Betreuungsqualität sicherzustellen und die sozialen sowie emotionalen Entwicklungsbedarfe der Kinder zu decken. Ab 2026 werden die Möbel, die zur Ganztagsbetreuung benötigt werden, zunehmend zur Verfügung stehen und jährlich ansteigen, bis sie 2030 über 1,3 Milliarden Euro pro Jahr erreichen. Diese Maßnahmen sind nicht nur für die Familien wichtig, sondern auch zur Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Förderung von Chancengleichheit in der Bildung, wie in den Meldungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgeführt wird bmfsfj.de.

Die Herausforderungen der Corona-Krise haben deutlich gemacht, dass gerade in der Betreuung von Grundschülern Bedarf gedeckt werden muss. Berichte zeigen, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern um zwei bis sechs Prozentpunkte steigen kann, wenn entsprechende Betreuungsangebote bereitgestellt werden. Die kommenden Jahre könnten somit nicht nur mehr Platz für Kinder in Düsseldorfs Grundschulen schaffen, sondern auch so manche Familie entlasten.