Am 9. November 2025 hat der Stadtrundgang in Oberbilk viele positive Eindrücke bei den Teilnehmerinnen hinterlassen. Diese Initiative wurde durch den 1. Vorsitzenden des Vereins Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf, Dirk Sauerborn, ins Leben gerufen. An diesem Tag hat Bundeskanzler Friedrich Merz zur „Stadtbild-Äußerung“ Stellung genommen, was nicht nur Irritationen auslöste, sondern auch viele Menschen, die in Deutschland geboren sind und hier arbeiten, verletzte. Sauerborn nutzte die Gelegenheit, um die Sichtweise der multikulturellen Gemeinschaft zu beleuchten und forderte: „Nicht über das #Stadtbild, sondern mit den Menschen reden!“ Düsseldorf Aktuell.

Der Rundgang stellte nicht nur Oberbilk als einen Stadtteil dar, der seit dem 19. Jahrhundert durch Zuwanderung geprägt ist, sondern auch die persönliche Erfahrung der Teilnehmenden in den Mittelpunkt. Sauerborn thematisierte die kritischen Äußerungen von Merz, die seiner Meinung nach Millionen Menschen ins Abseits stellten. Besonders im Fokus stand die Entwicklung von Oberbilk, das einst ein vitales Industrie- und Arbeiterviertel war. Die frühe Zuwanderung aus Marokko in den 1960er Jahren und die damit verbundenen Veränderungen wurden ebenfalls diskutiert.

Vielfalt und Integration als zentrale Themen

Der Stadtteil Oberbilk hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Housaian Fannoua, der 1960 nach Deutschland kam, betreibt ein Reisebüro und ist eine wichtige Anlaufstelle im Viertel. Das Café Mamounia stellt einen zentralen Treffpunkt dar, an dem zahlreiche Austausch- und Integrationsgelegenheiten stattfinden. Der Rundgang versprach, die von Medien geprägten Bilder zu hinterfragen und eigene Perspektiven zu teilen. So schaffte man Raum für erhellende Gespräche und das Verständnis über kulturelle Vielfalt, welches von Bürgermeister Dr. Stephan Keller stark betont wurde. Düsseldorf Aktuell.

Doch nicht nur das Gewohnte sollte besprochen werden. Die Teilnehmenden waren eingeladen, über die Herausforderungen zu reflektieren, die sich aus sozialer Ungleichheit, Armut und Ausgrenzung ergeben. Solche Themen sind besonders in bestimmten Stadtteilen durch die räumliche Konzentration benachteiligter Bevölkerungsgruppen relevant, wie Uni Duisburg-Essen aufzeigt. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und reichen von erhöhter Arbeitslosigkeit bis zur Abwanderung einkommensstärkerer Haushalte.

Gemeinschaftliche Verbesserungen und gesellschaftlicher Austausch

Die Initiative zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Förderung sozialer Gemeinschaften zeigt sich auch im Engagement des Vereins Königinnen und Helden, der insbesondere Angebote für Kinder und Frauen im Viertel bereitstellt. Künstlerin Inge Sauer organisiert Rundgänge, um die kulturellen und künstlerischen Aspekte des Viertels zu präsentieren. Solche Projekte stärken nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern fördern auch den sozialen Zusammenhalt.

Der Rundgang endete in den freundlichen Räumen von Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf, wo die Teilnehmenden ihre Erlebnisse und Emotionen austauschten. Diese Form des Dialogs und der gegenseitigen Unterstützung ist elementar, um Brücken zwischen verschiedenen Kulturen zu bauen und ein besseres Verständnis zu fördern. Der richtige Weg, um ein vielfältiges und harmonisches Zusammenleben zu gestalten. Einem empfohlenen Buch des Geschichtsvereins über die Geschichte Oberbilks kann man entnehmen, wie wertvoll diese kulturellen Einflüsse über die Jahre waren. Düsseldorf Aktuell.