In der Region zwischen Neuss, Düsseldorf und Langenfeld tut sich etwas im Bereich des Radverkehrs. Die neue Fahrradstrecke, bekannt als Radschnellweg 5, ist nicht nur eine wichtige Verkehrsachse, sondern auch ein Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Mobilitätswende. Dieser Radschnellweg soll das Radfahren in der Region attraktiver machen und somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bund und Land unterstützen das Projekt mit 1,5 Millionen Euro, was die Bedeutung dieses Vorhabens unterstreicht. Udo Sieverding, Abteilungsleiter im NRW-Verkehrsministerium, übergab kürzlich den Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt in Neuss.

Der Rad-Boulevard, der insgesamt rund 24 Kilometer lang ist, wird den täglichen Weg zur Schule und zur Arbeit erheblich komfortabler gestalten. Die Trasse führt von Neuss über die Südbrücke nach Düsseldorf, durch die Stadtteile Wersten und Holthausen bis nach Benrath, weiter durch Urdenbach und Garath bis Hellerhof und endet schließlich an der S-Bahnhaltestelle Langenfeld-Berghausen. Diese Strecke hat großes Potenzial, da sie hohe Pendlerströme und die Nähe zur Heinrich-Heine-Universität nutzt. Doch die Planungen sind noch nicht abgeschlossen; die Umweltverträglichkeitsstudie ist zwar bereits 2023 abgeschlossen, aber die Planungen in Düsseldorf und Langenfeld sind weiterhin in der Prüfung, wobei verschiedene Trassenvarianten berücksichtigt werden.

Öffentlichkeitsbeteiligung und Planung

Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, die gemäß § 25 VwVfG NRW vorgesehen ist. Im November 2020 fand diese aufgrund der Pandemie als Online-Verfahren statt, und es wurden Info-Hotlines sowie Einzelgespräche angeboten. Die Resonanz war hoch: zahlreiche Vorschläge und Ideen von Bürgerinnen und Interessensgruppen flossen in die Planung ein und wurden berücksichtigt. Die Entwurfsplanung wird nun fortgesetzt, während der Landesbetrieb Straßenbau NRW verschiedene Trassenvarianten für Langenfeld prüft. Die Städte Düsseldorf und Langenfeld arbeiten eng zusammen, um die Anschlusspunkte an den Stadtgrenzen zu definieren.

Die Vorplanung für den Abschnitt von der Stresemannallee bis zum Josef-Kardinal-Frings-Bauwerk ist weitestgehend abgeschlossen, und die Entwurfsphase für diesen Abschnitt ist in Bearbeitung. Ein Termin der Träger öffentlicher Belange (TÖB) für den Abschnitt in Neuss wurde bereits durchgeführt, während der Ratsbeschluss der Stadt Langenfeld noch aussteht. Die Städte informieren fortlaufend über Bedenken und Anregungen der Bürgerinnen sowie Naturschutzverbände, um die Planung transparent zu gestalten.

Der Radschnellweg im Kontext

Der Radschnellweg 5 ist Teil eines größeren Gesamtkonzepts, das sieben Radtrassen in der Region umfasst. Doch was genau sind Radschnellwege? Laut der FGSV sind sie Verbindungen im Radverkehrsnetz, die bedeutende Quelle-Ziel-Potenziale des Alltagsradverkehrs erschließen. Kriterien für Radschnellwege sind unter anderem ein prognostiziertes Potenzial von mindestens 2.000 Radfahrenden pro Werktag und eine Mindestlänge von fünf Kilometern. In Deutschland sind bereits rund 70 Kilometer an Radschnellwegen in Betrieb, und weitere 114 sind in Planung. Nordrhein-Westfalen hat einen Leitfaden für die Planung, den Bau und den Betrieb von Radschnellverbindungen herausgegeben, wobei der Bund die Planung und den Bau mit etwa 390 Millionen Euro bis 2030 fördert.

Die Entwicklung von Radschnellwegen ist also nicht nur ein lokales, sondern auch ein nationales Anliegen, das Pendlerinnen und Radfahrerinnen zugutekommen soll. Der Radschnellweg 5 könnte somit ein Vorzeigeprojekt für die Mobilitätswende in Deutschland werden, wenn er wie geplant umgesetzt wird. Weitere Informationen zu diesem aufregenden Projekt finden Sie auch in der Berichterstattung des WDR sowie in der Projektübersicht des Landesbetriebs Straßenbau NRW.