In Düsseldorf-Oberbilk gibt es derzeit viel Diskussionsstoff: Ein geplantes Drogenhilfezentrum sorgt für Aufregung unter den Anwohnern und Eltern. Trotz dieser Kontroversen haben sich für das kommende Schuljahr 113 Kinder am Lessing-Gymnasium angemeldet – ein Anstieg von 26 Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr. Dies wäre eine erfreuliche Nachricht, wenn nicht die Sorgen um ein in der Nähe geplantes Drogenhilfezentrum für Crack-Abhängige wären, das viele Eltern und die Schulleitung beunruhigt.

Die Schulleitung, unter der Leitung von Wilhelm Josephs, äußert Bedenken, dass die Einrichtung des Drogenhilfezentrums negative Auswirkungen auf das Schulklima und die Sicherheit der Schüler haben könnte. Josephs ist überzeugt, dass ohne die Pläne für das Drogenhilfezentrum noch mehr Kinder angemeldet worden wären. Ein Vater hat bereits angekündigt, seine Tochter nicht am Lessing-Gymnasium anzumelden, und auch sein älterer Sohn, der die Schule bereits besucht, könnte einen Wechsel in Betracht ziehen. Bei einer Infoveranstaltung im Februar wurde die Zukunft der Schule infrage gestellt.

Ängste und Bedenken der Anwohner

Die Kritik an dem geplanten Drogenhilfezentrum ist laut und vielfältig. Eine Bürgerinfo-Veranstaltung, an der rund 400 Personen teilnahmen, verdeutlichte die Ängste der Anwohner und Eltern benachbarter Schulen. Viele fordern mehr Informationen über das Konzept und die geplanten Schutzmaßnahmen für Kinder. Tamara Raddatz, eine Mutter, drückt ihre Unzufriedenheit über die mangelnden Antworten der Stadt aus. Auch Michael Göring, ein Anwohner, zeigt sich hin- und hergerissen zwischen der Unterstützung für Suchtkranke und dem Schutz der Kinder. Die Nähe des Zentrums zu Schulen und Wohngebieten lässt viele skeptisch werden.

Das Drogenhilfezentrum soll in einem ehemaligen Mehrfamilienhaus in der Eisenstraße eingerichtet werden, nahe dem Hauptbahnhof und mehreren Schulen. Ziel des Zentrums ist es, die Drogenszene aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen und Hilfsangebote bereitzustellen. Kritiker sehen den Standort jedoch als völlig inakzeptabel an. Schulen haben in Briefen ihre Bedenken geäußert, und Christoph Werthmann, Vorsitzender einer Pflegschaft, warnt vor den negativen Einflüssen auf Kinder.

Schulen als Schlüssel zur Suchtprävention

Die Rolle von Schulen in der Suchtprävention wird immer wichtiger, insbesondere in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen. Burkhard Blienert, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, betont, dass Schulen nicht nur Orte des Lernens sind, sondern auch Schlüsselrollen in der Suchtprävention übernehmen können. Neben den klassischen Unterrichtsfächern müssen Lebenskompetenzen gefördert werden, um den Jugendlichen zu helfen, einen kritischen Umgang mit Alkohol, Cannabis, Nikotin und Glücksspiel zu erlernen.

Die aktuellen Zahlen der BZgA zeigen, dass 8,3 % der 12- bis 17-Jährigen und 47,2 % der 18- bis 25-Jährigen im Jahr 2023 Cannabis konsumiert haben. Diese Entwicklung verdeutlicht die Notwendigkeit einer evidenzbasierten schulischen Suchtprävention, um Jugendliche zu unterstützen und ihnen die Kompetenzen zu vermitteln, „Nein“ zu sagen. Programme wie die von der BZgA angebotenen Workshops und digitalen Fortbildungen sind essenziell, um Lehrer und Schüler in der Prävention zu stärken.

Die Situation rund um das Lessing-Gymnasium und das geplante Drogenhilfezentrum in Düsseldorf zeigt, wie komplex die Herausforderungen der Suchtprävention sind. Während die Anmeldungen am Gymnasium steigen, bleiben viele Fragen offen, und die Sorgen der Eltern und Anwohner sind mehr als verständlich. Der Dialog zwischen Stadt, Schulen und Anwohnern ist entscheidend, um eine Lösung zu finden, die sowohl den Bedürfnissen der Suchtkranken als auch den Sicherheitsbedenken der Gemeinschaft gerecht wird. Weitere Informationen zu den Entwicklungen finden Sie in den Quellen: RP-Online, WDR und Bundesdrogenbeauftragter.