Heute ist der 27.02.2026 und die Stadt Düsseldorf steht im Zeichen eines zweitägigen Warnstreiks, der von der Gewerkschaft Verdi initiiert wurde. An diesem und dem folgenden Tag sind über 30 öffentliche Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen betroffen, was rund 30.000 Beschäftigte umfasst. Besonders die Rheinbahn in Düsseldorf hat mit erheblichen Ausfällen zu kämpfen. Die meisten U-Bahnen und Straßenbahnen fallen aus, während einige Bahnlinien im Rahmen eines Not-Netzes weiterhin fahren sollen. Auch die Buslinien sind größtenteils betroffen, und Schulbusse entfallen komplett.

Die Rheinbahn hat angekündigt, ihr Not-Netz für Busse um einige Bahnlinien zu erweitern, abhängig von der Streiksituation. Dabei sind die betroffenen Gebiete weitreichend: Die Stadt Düsseldorf, der Kreis Mettmann, die Stadt Meerbusch sowie Verbindungen nach Duisburg, Krefeld, Neuss und Ratingen sind alle betroffen. Während des Streiks entfallen auch die Mobilitäts- und Anschlussgarantien, und die KundenCenter der Rheinbahn bleiben an beiden Tagen geschlossen, während die Verwaltung nur eingeschränkt erreichbar ist. Trotz des Streiks werden einige Linien im Not-Netz weiterfahren, darunter die U-Bahn-Linien 701, 705 und 706 im 10-Minuten-Takt sowie die U78 und U75.

Hintergründe und Forderungen

Der Hintergrund dieses Streiks sind die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen, die seit November 2025 andauern und bisher kaum Fortschritte zeigen. Verdi fordert unter anderem eine Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen Schichten sowie einen Zuschlag von mindestens 40 Prozent für Sonntagsarbeit. Auch die Erhöhung des Freistellungsumfangs für Gewerkschaftsarbeit und eine Ausweitung des Geltungsbereichs auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobs stehen auf der Agenda. Die Laufzeit des Manteltarifvertrags soll 24 Monate betragen.

Die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr sind nicht auf Nordrhein-Westfalen beschränkt. Auch in anderen Bundesländern wird zur Teilnahme aufgerufen, was zu einem nahezu vollständigen Stillstand des ÖPNV führen kann. In Städten wie Bonn, Köln, Duisburg und Dortmund sind ebenfalls Streiks angekündigt. Die Deutsche Bahn ist von diesen Streiks nicht betroffen, sodass Regionalzüge, Fernverkehr und S-Bahnen regulär fahren.

Auswirkungen auf den Verkehr

Insgesamt sind rund 100.000 Beschäftigte bundesweit betroffen, was auch zu einem erhöhten Passagieraufkommen in Regionen mit funktionierendem Verkehr führen kann. Die vergangenen Warnstreiks haben gezeigt, dass der öffentliche Nahverkehr während solcher Aktionen oft stark eingeschränkt ist. In Hamburg beispielsweise führten großflächige Streiks bereits zu erheblichen Ausfällen, eine ähnliche Situation könnte auch in Düsseldorf eintreten.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Arbeitgeberseite aufgefordert, endlich ein Angebot vorzulegen, da die Verhandlungen in vielen Bereichen kaum Fortschritte zeigen. Dies spiegelt sich auch in den Forderungen wider, die nicht nur bessere Arbeitsbedingungen umfassen, sondern auch eine angemessene Entlohnung für Nacht- und Wochenendarbeit. Angesichts der Herausforderungen im Nahverkehr ist eine Einigung dringend notwendig, um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern und zukünftige Streiks zu vermeiden. Weitere Informationen zu den Forderungen und dem Verlauf der Verhandlungen finden Sie auf der Webseite von ver.di.