Heute ist der 20.02.2026 und in Nordrhein-Westfalen spitzt sich die Lage für die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu. Die Gewerkschaft Ver.di hat einen Streik angekündigt, der ab dem 24. Februar 2026 in verschiedenen Städten wie Dortmund, Hagen, Köln und Siegen stattfinden wird. Diese ganztägigen Streikaktionen könnten zu erheblichen Einschränkungen in der Betreuung von Kindern führen, da viele Kitas und Offene Ganztags (OGS) möglicherweise geschlossen werden müssen. Besonders betroffen sind die Einrichtungen im Ennepe-Ruhr-Kreis, in Hagen, der Region Siegen und Dortmund.
Der Hintergrund dieser Auseinandersetzung liegt in gescheiterten Verhandlungen zwischen Ver.di und den AWO-Arbeitgebern, die am 10. Februar stattfanden. Ver.di forderte unter anderem eine monatliche Gehaltserhöhung von 500 Euro für alle Beschäftigten sowie 300 Euro für Auszubildende. Zudem sollen Azubis einen zusätzlichen Urlaubstag und Zuschläge für Sonderarbeitszeiten erhalten. Ver.di-Verhandlungsführerin Susanne Hille kritisierte den Verlauf der Verhandlungen und bemängelte, dass die Arbeitgeber erst für die dritte Verhandlungsrunde ein Angebot in Aussicht stellen wollen. Gero Kettler, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands AWO Deutschland, bezeichnete die Lohnforderungen als unrealistisch.
Warnstreiks und ihre Auswirkungen
Zusätzlich zu den angekündigten Streiks plant Ver.di auch regionale Warnstreiks in Kitas und Nachmittagsbetreuung an Grundschulen. Diese Warnstreiks sollen am 25. Februar in Essen und am 26. Februar in weiteren Städten wie Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis stattfinden. Eltern sind aufgerufen, die Mitteilungen ihrer Kitas aufmerksam zu verfolgen, da möglicherweise Gruppenzusammenlegungen sowie Schließungen der Einrichtungen drohen. Es wird empfohlen, sich mit den jeweiligen Trägern in Verbindung zu setzen, um alternative Betreuungsmöglichkeiten zu erfragen, falls die eigene Kita betroffen ist.
In Nordrhein-Westfalen beschäftigt die AWO rund 35.000 tarifgebundene Mitarbeiter und betreibt etwa 840 Kindertagesstätten. Die Ankündigungen der Gewerkschaft haben bereits weitreichende Auswirkungen auf die Familien in der Region, die sich auf mögliche Schließungen und Betreuungsengpässe einstellen müssen. Das Familienministerium empfiehlt, sich über mögliche Notgruppen zu informieren, um die Betreuung der Kinder sicherzustellen.
Der Tarifkonflikt
Der Tarifkonflikt bei der AWO in NRW spitzt sich also weiter zu. Die Forderungen von Ver.di umfassen nicht nur die bereits genannten Gehaltserhöhungen, sondern auch zusätzliche freie Tage für die Mitglieder der Gewerkschaft. Die Arbeitgeber hingegen kritisieren diese Forderungen als überzogen und verweisen auf eine durchschnittliche Lohnsteigerung von rund 13 Prozent in den letzten Jahren. Ein Angebot seitens der Arbeitgeber soll in der nächsten Verhandlungsrunde am 4. März präsentiert werden.
Die aktuelle Situation ist für die betroffenen Familien und die Beschäftigten der AWO ein erhebliches Problem. Die Unsicherheit über die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und die Zukunft der Beschäftigten in der Sozialbranche bleibt bestehen. Der Druck auf beide Seiten, sowohl auf die Gewerkschaft als auch auf die Arbeitgeber, wird in den kommenden Wochen weiter zunehmen, da die ersten Streikaktionen bevorstehen und die Verhandlungen weiterhin angespannt sind. Für alle Beteiligten ist die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung von großer Bedeutung, um die Qualität der Kinderbetreuung langfristig sicherzustellen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Berichten auf Ruhr24 und n-tv.