Ein großer Verlust für die deutsche Filmlandschaft: Am 28. November 2025 ist der bekannte Dokumentarfilmer und Regisseur Arne Birkenstock im Alter von 57 Jahren verstorben. Sein Tod fand nach einer langen Krankheit im Kreise seiner Familie statt und hat viele Wegbegleiter:innen und Freunde tief betroffen gemacht. So beschreibt die Deutsche Filmakademie Birkenstock als einen engagierten und inspirierenden Filmemacher, dessen Einfluss auf den deutschen Dokumentarfilm nachhaltig war.

Arne Birkenstock war nicht nur für seine eindrucksvollen Filme bekannt, sondern auch für seine unermüdliche Arbeit im Hintergrund. Er war von 2015 bis 2022 Vorstand der Sektion Dokumentarfilm und spielte eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung von Formaten, die den Austausch in der Branche förderten. Er hatte das Herz am rechten Fleck und war als Anwalt des Dokumentarfilms geschätzt.

Ein Blick auf sein Lebenswerk

Birkenstock, Sohn des Strafverteidigers Reinhard Birkenstock und Enkelsohn des Luftfahrtpioniers Hans Jacobs, wurde am 7. Dezember 1967 in Siegen geboren. Sein Studium führte ihn durch Städte wie Köln, Buenos Aires und Córdoba, wo er seine Leidenschaft für das Filmemachen entdeckte. Bereits während seines Studiums produzierte er erste TV-Dokumentationen, und sein erster Kino-Dokumentarfilm „12 Tangos – Adios Buenos Aires“ feierte 2005 Premiere. Besonders bekannt wurde er durch die Filme „Chandani und ihr Elefant“ und „Beltracchi – Die Kunst der Fälschung“, für die er insgesamt zwei Deutsche Filmpreise erhielt. Der letztgenannte Film stellt den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi in den Mittelpunkt und wurde international gewürdigt, unter anderem bei seinem Auftritt auf dem World Film Festival in Montréal, wie die Radio Ennepe-Ruhr berichtet.

Arne Birkenstock war ein leidenschaftlicher Mensch mit einer starken Meinung. Sein Engagement war auch am Kölner Karneval zu spüren, wo er oft das Akkordeon in der kölschen Mundartband Schmackes spielte. Seine gesellige Art und der Respekt, den er in seinem Kolleg:innen-Kreis genoss, machten ihn zu einer Schlüsselfigur der deutschen Filmbranche.

Eine bleibende Spur hinterlassen

Birkenstocks Einfluss wird nicht nur durch seine Filme, sondern auch durch seine vielfältige Mitarbeit in verschiedenen juristischen Gremien und Jurys sichtbar. Vor seinem Tod wurde er einstimmig für die Ehren-Lola vorgeschlagen, was seine Anerkennung durch die Branche unterstreicht. Seine Fähigkeit, unbequeme Wahrheiten auszusprechen und künstlerische Ambitionen einzufordern, hebt ihn von anderen ab und wird von vielen als sein Vermächtnis angesehen.

In einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) würdigten die Vorsitzenden Susanne Binninger und David Bernet Birkenstock als Kollegen und Freund, der einen klaren Blick und eine große Berufserfahrung verkörperte. Er hinterlässt bei vielen einen bleibenden Eindruck, sowohl durch seine Filme als auch durch die persönlichen Beziehungen, die er pflegte. In einem Nachruf in der Kölnischen Rundschau wurde deutlich, dass sein Leben und Werk in Erinnerung bleiben werden.