Heute ist der 27.02.2026 und der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen steht still. Die Gewerkschaft Verdi hat einen bundesweiten Warnstreik für den 27. und 28. Februar 2026 ausgerufen, der zahlreiche Städte und Verkehrsbetriebe in NRW betrifft. Betroffene Verkehrsbetriebe sind unter anderem die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), die Rheinbahn in Düsseldorf, die Stadtwerke Bonn und viele weitere. Der Streik wird vom Betriebsstart am Freitag bis zum Betriebsende in der Nacht auf Sonntag andauern. Die meisten Busse und Bahnen werden ausfallen, und genaue Informationen sind über die Online-Fahrplanauskunft der jeweiligen Verkehrsbetriebe erhältlich. Der Grund für diesen Arbeitskampf sind Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, die Verdi in den letzten Monaten aufgelegt hat.

Der Warnstreik betrifft insgesamt etwa 150 öffentliche Verkehrsunternehmen und Busbetriebe in allen Bundesländern sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Rund 100.000 Beschäftigte sind von den Maßnahmen betroffen. Verdi fordert unter anderem eine Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen Schichten und eine Erhöhung des Freistellungsumfangs für Gewerkschaftsarbeit auf 8 Tage. Auch die Erhöhung der Zuschläge für Sonntagsarbeit auf mindestens 40 Prozent steht auf der Liste der Forderungen.

Hintergrund der Streiks

Bereits im November 2025 hatte Verdi erste Forderungen für den neuen Tarifvertrag vorgestellt. Die ersten Verhandlungen im Januar 2026 blieben jedoch ohne Ergebnis. Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, hat betont, dass die Verhandlungen kaum vorankommen, obwohl bereits vier Runden in einigen Bereichen stattgefunden haben. Der erste bundesweite Streiktag am 2. Februar 2026 führte in mehr als 100 Unternehmen zu einem vollständigen Erliegen des Verkehrs für 24 Stunden. In Niedersachsen bleibt der ÖPNV aufgrund einer Friedenspflicht bis Ende März von den Streiks unberührt.

Die Deutsche Bahn und andere Eisenbahnunternehmen sind nicht von den Streiks betroffen. Regionalzüge, Fernverkehr und S-Bahnen fahren wie gewohnt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Auswirkungen der Streiks nicht spürbar sind. Frühere Warnstreiks führten zu einem Anstieg von Staus, da viele Menschen auf das Auto umstiegen, um zur Arbeit zu gelangen. Informationen über die laufenden Verhandlungen und die Forderungen sind auf der ver.di-Website verfügbar.

Ausblick auf die Verhandlungen

Am 2. und 3. März 2026 steht bereits die zweite Verhandlungsrunde an. Die Gewerkschaft hofft, dass durch die aktuellen Streiks der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber erhöht wird, um eine Einigung zu erzielen. In einigen Bundesländern wird zudem über höhere Löhne verhandelt, was die Verhandlungen noch komplexer macht. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Tarifrunde bleibt bestehen, da die Verhandlungen regional unterschiedlich verlaufen können.

Insgesamt zeigt sich, dass die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern bundesweit auf der Agenda stehen. Die Beteiligung von rund 100.000 Beschäftigten an den Streiks verdeutlicht die Dringlichkeit der Situation und die Notwendigkeit von Veränderungen. Die Entwicklungen in den kommenden Tagen und Wochen werden entscheidend dafür sein, ob die Arbeitsbedingungen im ÖPNV nachhaltig verbessert werden können.