Am Aalto-Musiktheater in Essen steht ein außergewöhnliches Werk auf dem Programm: Die Premiere von „Die Fridjof-Saga“. Diese Oper, die erstmals in einer szenischen Fassung aufgeführt wird, ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen der Komponistin Elfrida Andrée und der Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf, die 1909 für ihre literarischen Werke ausgezeichnet wurde. Ursprünglich wurde die Oper 1894 für einen Wettbewerb zur Eröffnung des königlichen Opernhauses in Stockholm eingereicht, doch sie schlummerte über 100 Jahre in Archiven, bis sie nun neu entdeckt und in Essen aufgeführt wird.
Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Wolfram-Maria Märtig, während die Inszenierung von Anika Rutkofsky, Preisträgerin des „Ring Award“, verantwortet wird. Die Musik, die ursprünglich für Klavier gedacht war, wurde auf ein Orchester übertragen und vereint romantische Orchestertraditionen mit emotionalen Liedern und Tänzen. Die Oper basiert auf einer altnordischen Sage aus dem 13. Jahrhundert und erzählt die bewegende Geschichte von Ingeborg und Fritjof, deren Liebe durch den Widerstand von König Helge, Ingeborgs Bruder, auf die Probe gestellt wird. Dieser verspricht Ingeborgs Hand dem feindlichen König Ring, was zu einem emotionalen Konflikt führt.
Die Handlung im Detail
Ingeborg und Fritjof lieben sich, doch König Helge stellt sich gegen ihre Verbindung. Helge verspricht, Ingeborgs Hand dem feindlichen König Ring zu geben. Guatemi, die Königin Helges, verrät, dass Ingeborg Fritjof liebt, der jedoch ins Exil geschickt wurde. Während Ring Ingeborg heiratet, kehrt Fritjof zurück und findet sie nicht, was zu einem Konflikt zwischen ihm und Helge führt. Ingeborg, geplagt von Sehnsucht, kehrt in ihre verwüstete Heimat zurück, entscheidet sich jedoch trotz ihrer Gefühle für Fritjof letztlich für Ring. Ein Fest, das ein Aufeinandertreffen der vier Protagonisten zur Folge hat, endet glücklicherweise ohne Gewalt.
Das künstlerische Team unter der Leitung von Anika Rutkofsky legt großen Wert auf die weibliche Erzählweise der Geschichte und betont die emotionale Tiefe der Charaktere. Die Hauptrollen sind mit talentierten Sängern besetzt: Ann-Kathrin Niemczyk spielt Ingeborg, Mirko Roschkowski verkörpert Fritjof, Friedemann Röhlig schlüpft in die Rolle des König Helge, während Deirdre Angenent und Andreas Hermann die Rollen der Guatemi und des König Ring übernehmen. Auch der Opernchor und die Essener Philharmoniker sind Teil dieser beeindruckenden Aufführung.
Weitere Vorstellungen und spannende Perspektiven
Die nächste Vorstellung von „Die Fritjof-Saga“ findet am 15. Februar statt, gefolgt von weiteren Aufführungen am 2., 8., 14., 18., 20. März und am 9. April. Doch das Aalto-Musiktheater hat noch mehr zu bieten: Am 22. Februar steht die Premiere von „Candide“ in konzertanter Fassung auf dem Programm. Diese Vielfalt an Aufführungen zeigt das Engagement des Theaters für innovative und bedeutende Werke der Musikgeschichte.
Die Entdeckung und Aufführung von „Die Fritjof-Saga“ ist nicht nur ein kulturelles Ereignis in Essen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Wiederbelebung vergessener Stücke der Operngeschichte. Es bietet die Gelegenheit, die kreative Zusammenarbeit von Frauen in der Musik und Literatur des 19. Jahrhunderts zu würdigen und zeigt, wie wertvoll es ist, historische Werke in die Gegenwart zu bringen.
Für weitere Informationen über die Aufführungen und das Programm besuchen Sie bitte die Webseite des Aalto-Musiktheaters hier.
Für weitere Details zur Premiere und der Aufführung können Sie auch die Quelle des Artikels auf Lokalkompass nachlesen.