Die Stadt Essen hat sich auf den Weg gemacht, ihre Arbeitgebermarke zu entwickeln, ein Prozess, der seit 2,5 Jahren in vollem Gange ist. Ziel dieser Initiative ist es, die Stadt als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und die Sichtbarkeit für potenzielle Mitarbeiter zu erhöhen. Dies geschieht in einem Kontext, der durch einen erheblichen Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst geprägt ist. Insbesondere in Deutschland fehlen Fachkräfte in Bereichen wie Erziehung, Bauingenieurwesen und Pflege. Prognosen zeigen, dass bis 2030 im öffentlichen Sektor eine Million Fachkräfte fehlen werden, was die Notwendigkeit eines effektiven Employer Brandings unterstreicht.

Der offizielle Projektstart für die Entwicklung der Arbeitgebermarke fiel auf Juli 2024, und von Anfang an war klar, dass die Stadt auf die Expertise von drei Agenturen setzen würde: „sasserathNOW“ übernahm die Strategieentwicklung, „Leagas Delaney“ kümmerte sich um das Design und die kreativen Aspekte, während „Two Seconds“ den Imagefilm erstellte. Ein wichtiges Element in der Anfangsphase war die Sichtung vorhandener Unterlagen über die Stadt Essen als Arbeitgeber sowie eine umfassende Marktrecherche.

Interviews und Analysen: Der Weg zur Arbeitgebermarke

Aktuell befindet sich das Projekt in der Ist-Analyse-Phase. Ein Kick-Off-Event fand vor einem Monat statt, und es werden Interviews mit Mitarbeitenden durchgeführt. Hierbei kommen Mitarbeitende aus verschiedenen Fachbereichen und Hierarchieebenen zu Wort, um eine authentische Arbeitgebermarke zu entwickeln, die auf echten Stimmen basiert. Die Interviews, die mindestens 60 Minuten dauern, werden von der Agentur „sasserathNOW“ durchgeführt.

Das Ziel dieser qualitativen Analyse ist es, ein breites Verständnis über die Stadt Essen als Arbeitgeberin zu erlangen. Dazu wurden bereits 76 Einzelinterviews und Fokusgruppen durchgeführt. Anschließend folgt eine quantitative Analyse, die durch einen Online-Fragebogen ergänzt wird, an dem über 4.100 Mitarbeitende, also etwa 36% der städtischen Bediensteten, teilgenommen haben. Die Ergebnisse dieser Analysen werden in Workshops mit Mitarbeitenden aufgearbeitet, um sicherzustellen, dass die neue Arbeitgebermarke die Bedürfnisse und Perspektiven der Angestellten widerspiegelt.

Die Herausforderung des Fachkräftemangels

Die Notwendigkeit einer starken Arbeitgebermarke wird besonders vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst deutlich. Der demografische Wandel und die Pensionierung der Babyboomer führen dazu, dass bis 2026 die Zahl der Pflegebedürftigen auf 4,53 Millionen ansteigt, während gleichzeitig bis 2035 etwa 307.000 Pflegekräfte fehlen werden. In diesem Wettbewerb um Talente ist es entscheidend, die Stadt Essen als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Das finale Ergebnis der Arbeitgebermarkenentwicklung wird am 15. Januar 2026 präsentiert. Ein externer Launch mit Pressemitteilung, Social-Media-Kampagne und Werbung auf Roadside- und Cityscreens im Stadtgebiet wird die neue Markenidentität der Stadt Essen in die Öffentlichkeit tragen. Die Stadt ist sich der Herausforderungen bewusst und setzt auf langfristige Maßnahmen, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren und die Sichtbarkeit über eigene Webseiten hinaus zu erhöhen. In einer Zeit, in der Unternehmen um qualifizierte Mitarbeiter konkurrieren, ist eine klare Kommunikation und Mitarbeiterbeteiligung unerlässlich.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen und der strategischen Ausrichtung der Stadt Essen ist es spannend zu beobachten, wie sich die Arbeitgebermarke entwickeln wird und welche Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -entwicklung ergriffen werden, um im „War for Talents“ erfolgreich zu sein. Die Stadt hat das Potenzial, eine Vorreiterrolle im Bereich Employer Branding zu übernehmen und damit nicht nur die interne Kultur zu stärken, sondern auch neue Talente zu gewinnen.

Für weitere Informationen über die Arbeitgebermarke der Stadt Essen besuchen Sie bitte die offizielle Webseite oder die LinkedIn-Seite der Stadt Essen.