Heute ist der 17.02.2026 und die Stadt Essen hat bedeutende Schritte in Richtung einer klimaresilienten Zukunft unternommen. Im Rahmen des Förderprogramms „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“ (KRIS) wurden spezifische Gestaltungsräume festgelegt, um gezielt gegen die Folgen des Klimawandels vorzugehen. Die festgelegten Räume sind die Messe-Gruga, das Neue Bernetal und Katernberg/Zollverein. Diese Entscheidung steht im Einklang mit dem Ziel, bis 2030 25 Prozent der an die Kanalisation angeschlossenen Flächen in diesen Gebieten abzukoppeln.
Die Abkopplung bedeutet, dass Regenwasser nicht mehr in die Kläranlagen geleitet wird, sondern durch gezielte Maßnahmen wie Versickerung, Rückhaltung oder Speicherung in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Diese Vorgehensweise ist entscheidend, um die Verdunstungsrate um zehn Prozentpunkte zu steigern und den Druck auf die städtische Infrastruktur zu verringern. Die Stadt wird ein Konzept an den Projektträger Jülich (PtJ) und die Bezirksregierung übermitteln, um die ordnungsgemäße Entwässerung und die Einhaltung der Förderprogrammrichtlinien zu prüfen.
Fördermöglichkeiten und Maßnahmen
Die Möglichkeit zur Antragstellung für Maßnahmen im Rahmen des KRIS-Programms wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Kommunen müssen jedoch zunächst Gestaltungsräume definieren, um Zugang zu den Fördermitteln für Klimafolgenanpassungsmaßnahmen aus dem Förderprogramm des Landes NRW zu erhalten. Es gibt insgesamt acht Förderbausteine im KRIS-Programm, die darauf abzielen, den natürlichen Wasserkreislauf zu stärken und Regenwasser aus der Kanalisation herauszuhalten. Die Maßnahmen sind vielfältig und reichen von der Schaffung von Versickerungsflächen bis hin zur Installation von Regenwasserspeichern.
Ein zentraler Aspekt des Förderprogramms ist das Schwammstadtprinzip, das die Rückhaltung und Nutzung von Regenwasser in urbanen Räumen fördert. Durch diese Maßnahmen sollen die negativen Auswirkungen von Starkregenereignissen gemindert und die städtische Infrastruktur entlastet werden.
Ein Blick auf die Zukunft
Das KRIS-Förderprogramm unterstützt nicht nur die Stadt Essen, sondern auch 53 weitere Städte und Gemeinden im Regionalverband Ruhr (RVR). Die Bundesregierung hat zudem die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) entwickelt, die einen politischen Rahmen für die Anpassung an die Klimafolgen schafft. Diese Strategie wird durch regelmäßige Fortschrittsberichte ergänzt und berücksichtigt die Erkenntnisse aus der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021, die 102 Klimawirkungen und 13 Handlungsfelder untersucht.
Die Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, erfordern ein Umdenken in der Stadtentwicklung. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA) fordert einen aktiven Wandel im Umgang mit Wasser, um eine nachhaltige und klimarobuste Stadtentwicklung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wird auch die Forschung zu Regenwassermanagement in urbanen Gebieten zunehmend wichtiger, um innovative Lösungen zu finden und bestehende Infrastrukturen an die neuen klimatischen Gegebenheiten anzupassen.
Für weitere Informationen zu den Gestaltungsräumen und den Fördermöglichkeiten im Rahmen des KRIS-Programms besuchen Sie bitte die offizielle Website der Stadt Essen hier und die Seite von Klima-Werk hier. Zudem bietet das Umweltbundesamt wertvolle Informationen zur Anpassung an den Klimawandel auf kommunaler Ebene.