Im Kölner CinemaxX steht derzeit ein Film im Fokus, der einen tiefen Einblick in die turbulente Zeit der 1980er Jahre in der Türkei gibt. Mit einer Laufzeit von 121 Minuten präsentiert der Streifen eindrücklich die Geschehnisse nach dem Militärputsch am 12. September 1980. Wie kinoprogramm.com berichtet, werden die systematischen Verhaftungen von Studenten, Parteimitgliedern und Arbeitern, die verschiedene politische Ansichten vertreten, beleuchtet. Es ist eine Zeit, die von politischer Instabilität, wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Gewaltausbrüchen geprägt war. Der Film stellt besonders den jungen Anführer der rechten Bewegung, Abdullah Çatl?, in den Vordergrund, der ins Ausland flieht, um sich und seine Familie zu schützen.
Hintergrund dieser dramatischen Wendungen ist der Militärputsch, der von Generalstabschef Kenan Evren anführte und bereits den dritten Putsch in der türkischen Geschichte darstellt. Die Repression ging Hand in Hand mit einem erheblichen Anstieg an Menschenrechtsverletzungen, die erst 1987 weitgehend beendet wurden, wie Wikipedia festhält. Während dieser Zeit gab es rund 650.000 politische Festnahmen, und etwa 5.000 Menschen fielen den Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen zum Opfer.
Die Konflikte und der Widerstand
Der Film zeigt eindrucksvoll, wie die Terrororganisation ASALA weltweit Anschläge auf türkische Diplomaten und zivile Ziele verübt. Trotz der Bemühungen des türkischen Staates, die ASALA-Angriffe zu verhindern, gerät Abdullah Çatl? und seine Gefolgsleute in einen erbitterten Konflikt mit der Gruppe. Sie arbeiten zwar im Auftrag des Staates, jedoch ohne offizielle Unterstützung. Bei ihrem Kampf um das Überleben steht die Familie von Çatl? immer wieder unter Beschuss, während seine Freunde verzweifelt versuchen, die Führungsriege der ASALA außer Gefecht zu setzen, wie kinoprogramm.com berichtet.
Nach einer dramatischen Flucht aus dem Gefängnis kehrt Çatl? schwer verletzt zu seiner Familie zurück, jedoch nicht ohne dass er einen hohen Preis zahlen muss – sein engster Freund, Yetim, stirbt bei diesem Rückkehrversuch. Trotz all der Widrigkeiten setzt Çatl? seine Aktivitäten im Kampf gegen die ASALA fort. Am Ende seines Lebens wird er durch einen Verkehrsunfall getötet, doch die Umstände seines Todes sind alles andere als klar.
Ein Blick in die Vergangenheit
Um zu verstehen, was in der Türkei zur Zeit des Putsches geschah, müssen wir auch die wirtschaftliche Lage in Betracht ziehen. Ende 1980 war die Türkei mit Auslandsschulden von 20,9 Milliarden US-Dollar und einer Inflation von über 100 % konfrontiert. Die Arbeitslosenquote lag bei etwa 15 %, und die Überweisungen von Gastarbeitern betrugen damals etwa 1,9 Milliarden US-Dollar. Das alles führte zu einem Klima der Unsicherheit und Unruhe, das schließlich in die militärische Intervention mündete.
Die dramatischen Erzählungen des Films und die historische Realität des Putsches sind untrennbar miteinander verbunden. Die brutalen Maßnahmen, die zur Machtübernahme durch die Militärjunta führen, sind nicht nur der Hintergrund des Films, sondern auch eine Warnung vor den Folgen von politischer Unterdrückung und den Kampf um Freiheit, der in vielen Ländern immer noch aktuell ist. Das Kölner Publikum ist eingeladen, sich mit dieser aufwühlenden Geschichte auseinanderzusetzen und die Lehren der Vergangenheit zu bedenken.



