Am Montagvormittag startete die beliebte Kindervesperkirche in der Protestantischen Jugendkirche in Ludwigshafen. Dieses kostenlose Angebot richtet sich an Schulkinder und schafft einen Ort, an dem sie nach der Schule nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch spannende Workshops genießen können. Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, beschreibt den Moment, wenn die Kinder in die Jugendkirche rennen, als besonders berührend. Über 500 Kinder werden in den nächsten zwei Wochen täglich versorgt und erleben dabei eine unbeschwerte Zeit.

Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt unterhalb der Armutsgrenze, und laut Berichten erhalten auch viele Kinder in Ludwigshafen Grundsicherung. Der Bedarf ist also groß, und die Kindervesperkirche tritt als Anwältin für jene Kinder auf, die am Rand der Gesellschaft stehen. Sie zielt darauf ab, Teilhabe für alle zu ermöglichen, unabhängig von sozialer Herkunft oder Religion. Das Programm wird nicht nur durch die engagierte Evangelische Kirche Ludwigshafen, sondern auch durch zahlreiche Ehrenamtliche und Sponsoren unterstützt.

Ein Highlight für die Kinder

Besucher der Kindervesperkirche dürfen sich auf ein buntes Programm freuen. Vor dem Essen wird gesungen und getanzt, bevor die Schulkinder mit der Essensausgabe beginnen. Die Gerichte, die aus drei Gängen bestehen, kommen gut an und sorgen für eine gesunde, nahrhafte Verpflegung. Diese Initiative gibt es nun schon seit zwölf Jahren, doch die finanzielle Situation der Evangelischen Kirche ist derzeit angespannt, was Fragen zur künftigen Fortführung aufwirft.

Ab 2035 sollen fast die Hälfte des Budgets eingespart werden, ein Umstand, der die Planungen für die kommenden Jahre erheblich beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus wird die Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche der Pfalz nächste Woche in Speyer tagen und über diese Herausforderungen beraten. Jugendpfarrer Florian Grieb mit seinem guten Händchen für Organisation und die hohe Spendenbereitschaft der Gemeinschaft werden weiterhin entscheidend sein für den Fortbestand des Programms.

Ein Blick auf die Zahlen

In Deutschland waren im vergangenen Jahr rund 15,2 % der Kinder und Jugendlichen armutsgefährdet, was etwa 2,2 Millionen Minderjährigen entspricht. Besonders betroffen sind Kinder von Eltern, die einen niedrigen Bildungsabschluss haben oder einer Einwanderungsgeschichte entstammen. Schaut man sich die Daten genauer an, wird deutlich, dass diese Kinder offenbar auf soziale Unterstützung angewiesen sind. Zahlen zeigen, dass jede/r siebte Jugendliche unter 16 Jahren materielle Benachteiligungen erlebt.

  • Armutsgefährdungsquote 2024: 15,2 % Kinder und Jugendliche
  • Besonders betroffen: Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsniveau (41,8 %)
  • Minderjährige mit Einwanderungsgeschichte sind viermal so häufig betroffen
  • 11,3 % der unter 16-Jährigen können sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten

Die Kindervesperkirche bietet in diesem Kontext nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern schafft auch einen Raum für Wertschätzung und soziale Interaktion. Das Projekt erstreckt sich bis zum 12. Dezember und wird dann für den Rest des Jahres geschlossen. Ein Familienfest zum Abschluss soll die Aktion gebührend krönen.

Die Kindervesperkirche freut sich über finanzielle Unterstützung, die es auch in Zukunft ermöglichen soll, diesen wichtigen Dienst aufrechtzuerhalten. Unterstützung kommt unter anderem von zahlreichen Partnern, wie der BASF, verschiedenen Schulen und vielen ehrenamtlichen Helfern. Für alle, die spenden möchten, steht ein Spendenkonto bereit, für weitere Informationen können Interessierte die Website der Evangelischen Kirche Ludwigshafen besuchen.