Wenn der Bauch zwickt und es nicht aufhört, könnte das mehr sein als ein Zeichen für die nächste Pizza. Die Bauchspeicheldrüse, ein oft übersehenes Organ, spielt eine entscheidende Rolle in unserem Körper. Sie produziert die Hormone, die unseren Blutzucker regulieren, und Enzyme, die für die Verdauung nötig sind. Trotzdem bleibt ein Pankreaskarzinom, also Bauchspeicheldrüsenkrebs, oft lange unentdeckt und die Diagnose kommt für viele Betroffene und ihre Angehörigen wie ein Blitz aus heiterem Himmel, wie Radio Euskirchen berichtet. Schockierend ist die Tatsache, dass 90% der Patienten innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose versterben. Daher ist die frühe Erkennung entscheidend, auch wenn es bislang keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung gibt, um diese heimtückische Krankheit rechtzeitig zu diagnostizieren.
Was sind aber die Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte? Laut den Experten sind es vor allem:
- Chronische Oberbauchschmerzen, die dumpf und tief sind.
- Unklare Rückenschmerzen.
- Übelkeit und Erbrechen, besonders wenn der Zwölffingerdarm oder Magenausgang eingeengt wird.
- Ein plötzlicher Diabetes, der ein bis zwei Jahre vor den anderen Symptomen auftreten kann.
- Gelbsucht, die sich in einer Verfärbung von Haut und Bindehaut zeigt.
- Ein ungewöhnlicher Fettstuhl, der heller, schmierig und klebrig ist.
- Unklarer Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit.
- Verstärkte Müdigkeit und Erschöpfung.
- Nachtschweiß und tastbare Veränderungen am Bauch.
Früherkennung und Risikofaktoren
Halten Beschwerden ohne klare Ursache länger als zwei bis vier Wochen an, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Besonders bei familiärer Vorbelastung, wenn mindestens zwei Verwandte ersten Grades betroffen sind, gilt erhöhte Wachsamkeit. Optimal ist, sich an ein spezialisiertes Bauchspeicheldrüsenkrebs-Zentrum eines Uniklinikums zu wenden, um die besten Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung zu haben.
Rauchen, starkes Übergewicht und ein hoher Alkoholkonsum erhöhen das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erheblich. Es lohnt sich also, die eigenen Lebensgewohnheiten kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen.
Behandlungsoptionen und Ausblick
Für eine kleine Anzahl von betroffenen Personen im frühen Stadium ist eine heilende Operation möglich, wie der Krebsinformationsdienst erklärt. Voraussetzung dafür ist, dass der Tumor vollständig abgetragen werden kann und der Allgemeinzustand des Patienten eine Operation zulässt. Auch sollten keine Metastasen vorliegen. Bei der Operation kann es erforderlich sein, Teile der Bauchspeicheldrüse oder angrenzender Organe zu entfernen, um die Heilungschancen zu erhöhen.
Nach der Operation ist eine sechsmonatige Chemotherapie angesagt, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren. Doch wenn der Tumor im fortgeschrittenen Stadium ist und keine Operation mehr möglich ist, liegt der Fokus auf einer palliativen Behandlung. Hierbei geht es darum, die Lebensqualität durch Linderung der Beschwerden zu verbessern.
Patient:innen sollten auf mögliche Therapiefolgen achten. Nach einer Entfernung der Bauchspeicheldrüse kann eine Einschränkung ihrer exokrinen Funktion auftreten, was bedeutet, dass Verdauungsenzyme zu jeder Mahlzeit eingenommen werden müssen, um unangenehme Beschwerden wie Durchfall und Völlegefühl zu vermeiden. Eine Ernährungsberatung kann hier helfen, besonders wenn der Zustand fortgeschritten ist.
Das alles zeigt: Je früher man die Symptome ernst nimmt und handelt, desto besser stehen die Chancen im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs. Lassen Sie sich nicht von unterschwelligen Beschwerden abhalten, den Arzt zu konsultieren!