Die Polizei im Kreis Euskirchen nutzt nun die hochmoderne „DJI Matrice 300 RTK“ (M300) für die Unfallaufnahme. Dieser Schritt stellt eine erhebliche Weiterentwicklung dar, denn der Einsatz von Drohnen ist mittlerweile Standard in der Unfallaufnahme, jedoch bringt das Euskirchener Verkehrsunfallaufnahmeteam (VU-Team) nun ein echtes High-Tech-Gerät zum Einsatz. Wie Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, ist das VU-Team in Mechernich stationiert und gehört zu den 17 Teams in Nordrhein-Westfalen. Sie sind für die Spurensicherung bei schweren Verkehrsunfällen zuständig und wurden bereits in Städten wie Bonn und Hagen alarmiert.

Alarmiert wird das VU-Team vor allem bei tödlichen Verkehrsunfällen oder bei Vorfällen, die großes öffentliches Interesse wecken, wie etwa Schulbusunfälle. Im Jahr 2022 war das Team 75 Mal im Einsatz, während es 2026 bisher schon acht Einsätze gab, davon drei im Kreis Euskirchen. Landrat Markus Ramers hebt die professionelle Arbeit des Teams hervor, die nun durch die neue Technik weiter unterstützt wird.

Technische Details

Die Drohne des VU-Teams kostet beeindruckende 23.000 Euro und hat eine Flugzeit von bis zu 45 Minuten. Mit einem Gewicht von rund sieben Kilogramm bietet sie zusätzliche technische Möglichkeiten, die den Ermittlern bei ihrer Arbeit zugutekommen. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, einem Entfernungsmesser und einem leistungsstarken Zoom, ist sie in der Lage, auch bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h stabil zu fliegen. Im Sportmodus kann die Drohne Geschwindigkeiten von bis zu 83 km/h erreichen.

Aber das ist noch nicht alles: Neben der Unfallaufnahme kann die Drohne auch bei Vermisstensuchen, Großschadenslagen oder Demonstrationen eingesetzt werden. Diese Vielseitigkeit macht sie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in vielen Einsatzszenarien. Ein besonderes Merkmal der M300 ist ihre Robustheit und Wetterbeständigkeit – ein klarer Vorteil gegenüber der vorherigen, kleineren Drohne.

Digitale Unterstützung

Die Digitalisierung hat die Arbeitsweise des Teams grundlegend verändert. Neben der Drohnentechnologie werden auch 3D-Laserscanner und Fotogrammetrieverfahren eingesetzt, um die Unfallstellen schnell und effizient zu dokumentieren. Diese moderne Technik trägt dazu bei, lange Autobahnsperrungen zu vermeiden und ermöglicht eine schnelle Erfassung der Unfallorte. Auch Software zur Fahrzeugauswertung wird genutzt, um zusätzliche Daten zum Unfallhergang zu gewinnen.

Obwohl Künstliche Intelligenz (KI) bisher keinen Einzug in die tägliche Arbeit des VU-Teams gehalten hat, gibt es durchaus Überlegungen, sie zukünftig zu integrieren. Entscheidend dabei wird sein, dass die Beweiskraft der gesammelten Spuren nicht beeinträchtigt wird. Die Nutzung von Drohnen entspricht zudem den rechtlichen Grundlagen des Luftverkehrsgesetzes und weiteren EU-Vorgaben, die für den Drohneneinsatz in Deutschland relevant sind, wie die Webseite Polizeipraxis erklärt.

In verschiedenen Einsatzbereichen hat sich die Drohnentechnologie bewährt, sei es bei der Dokumentation von Verkehrsunfällen oder der Unterstützung in Krisensituationen. Es ist klar, dass Drohnen zunehmend an Bedeutung gewinnen und die Polizei zukünftig mit diesen modernen Hilfsmitteln noch besser aufgestellt sein wird. Die Polizei sieht in dieser technologischen Entwicklung nicht nur Vorteile, sondern muss auch die Herausforderungen in der rechtlichen und technischen Umsetzung im Auge behalten.