In einem erschütternden Vorfall in Hellenthal, Nordrhein-Westfalen, haben zwei Pflegekräfte ein älteres Ehepaar bestohlen, anstatt ihnen die notwendige Unterstützung zu bieten. Das Paar hatte die Männer, 31 und 39 Jahre alt, vor einer Woche für eine dauerhafte Betreuung angestellt. Stattdessen entwendeten sie diverses Silberbesteck, antike Gegenstände sowie eine Kreditkarte, bevor sie über Nacht mit der Beute flüchteten. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere zehntausend Euro und hat die Ermittlungen aufgenommen, während sie derzeit nach den beiden Tätern sucht. Gegen den 39-jährigen Mann liegen sogar zwei Haftbefehle vor (Radio Euskirchen, Presseportal).
Die Pflegekräfte konnten unbemerkt mit den Gegenständen fliehen, was die Sorge um die Sicherheit älterer Menschen in der häuslichen Pflege verstärkt. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie es zu solch einem Vertrauensmissbrauch kommen kann, insbesondere wenn die Täter in einer Position sind, die auf Fürsorge und Unterstützung abzielt. Die Polizei hat bereits erste Ermittlungen eingeleitet und arbeitet daran, die Männer zu finden.
Hintergründe zur Gewalt in der Pflege
Dieser Vorfall ist nicht isoliert, sondern spiegelt ein größeres Problem wider, das in der Pflegebranche existiert. Laut verschiedenen Studien gibt es eine alarmierende Häufigkeit von Gewalt und Missbrauch in der Altenpflege. Abner et al. (2019) untersuchen beispielsweise die Merkmale von Opfern in stationären Pflegeeinrichtungen, während Burgess et al. (2005) die Notwendigkeit betonen, Anzeichen von Misshandlung ernst zu nehmen und zu melden. Auch die Forschung von Eggert et al. (2023) zeigt die Dringlichkeit auf, das Thema sexuelle Gewalt in der Langzeitpflege zu adressieren (ZQP).
Die Berichte über Gewalt in der Pflege machen deutlich, dass es eine Vielzahl von Faktoren gibt, die zu einem solchen Verhalten führen können. Dies reicht von Überlastung des Personals bis hin zu unzureichenden Kontrollen in der Einrichtung. Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat in seinem Pflege-Qualitätsbericht von 2020 ebenfalls auf die Herausforderungen in der Pflege hingewiesen, die möglicherweise zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen können.
Der Vorfall in Hellenthal ist ein weiteres Beispiel dafür, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die Sicherheit und das Wohlergehen älterer Menschen in der Pflege zu gewährleisten. Die Gesellschaft muss sich dieser Problematik annehmen und Lösungen finden, um sicherzustellen, dass solche Vorkommnisse nicht zur Normalität werden.