Im Fall der vermissten Nancy Guthrie, der Mutter der US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie, gibt es neue Entwicklungen. Die 84-Jährige wird seit Ende Januar vermisst, nachdem sie am Abend des 31. Januar von Familienangehörigen in Tucson, Arizona, nach Hause gebracht wurde. Am darauffolgenden Vormittag bemerkte die Familie ihr Verschwinden. In den letzten Tagen haben Medienberichte von einer Festnahme im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden berichtet. Diese Festnahme wurde mit Unterstützung des FBI durchgeführt, wobei ein Mann festgenommen wurde, der nun verhört werden soll. Eine Anklage gegen ihn wurde jedoch bisher nicht erhoben. Die Ermittler durchsuchen die Nachbarschaft und befragen Anwohner, um weitere Hinweise zu erhalten. [Quelle]
Das FBI hat zudem Fotos und Videos eines maskierten Verdächtigen veröffentlicht, die aus zuvor nicht zugänglichen Restdaten rekonstruiert wurden. Diese Aufnahmen zeigen eine bewaffnete Person, die am Morgen des Verschwindens eine Kamera an der Haustür von Nancy Guthries Wohnhaus manipuliert haben soll. Das FBI und das Sheriff-Büro des Pima-Bezirks arbeiten seit mehr als einer Woche mit privaten Unternehmen zusammen, um verlorenes oder beschädigtes Video- und Bildmaterial wiederherzustellen. Es wird vermutet, dass Nancy Guthrie Opfer einer Entführung geworden ist. In Videobotschaften haben sie und ihre Geschwister sich an die mutmaßlichen Entführer gewandt und eine mögliche Lösegeldzahlung angedeutet. Eine Frist zur Zahlung von sechs Millionen US-Dollar, die in einem Erpressungsschreiben gefordert wurde, ist bereits verstrichen. Um Hinweise zur Auffindung von Nancy Guthrie oder zur Festnahme der Verantwortlichen zu erhalten, hat das FBI eine Belohnung von 50.000 US-Dollar ausgesetzt. [Quelle]
Vermisstenfälle und ihre Bedeutung
Die Thematik rund um vermisste Personen ist nicht nur in den USA von Bedeutung, sondern auch in Deutschland spielt sie eine wichtige Rolle. Das Bundeskriminalamt (BKA) wurde 1951 gegründet und hat die Bearbeitung von Vermisstenfällen in Deutschland übernommen. Zu den Aufgaben der „Vermisstenstelle“ des BKA gehören die Fahndung nach vermissten Personen sowie die Identifizierung von unbekannten Leichen und die Unterstützung hilfloser Personen. Eine Person gilt als vermisst, wenn sie unerklärlich von ihrem Aufenthaltsort abwesend ist und eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen wird.
Die örtliche Polizeidienststelle ist für die unmittelbare Personensuche zuständig. Bei akuter Gefahr können groß angelegte Suchmaßnahmen eingeleitet werden, oft unter Einbeziehung von Bereitschaftspolizei und Rettungsdiensten. Vermisste Personen werden im Informationssystem der Polizei (INPOL) zur Fahndung ausgeschrieben. Im Jahr 2025 waren rund 19.200 Kinder vermisst, und 96,1% dieser Fälle klärten sich bis Jahresende. Die häufigsten Gründe für das Verschwinden von Kindern sind familiäre Probleme oder das Verlassen von Unterkünften. [Quelle]
Die Fallstudie von Nancy Guthrie zeigt, wie komplex und ernsthaft die Situation vermisster Personen ist und wie entscheidend die Zusammenarbeit von verschiedenen Institutionen und der Öffentlichkeit ist, um solche Fälle aufzuklären und die Betroffenen zu finden.