Ein bewegendes Kapitel der Geschichte wird im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf beleuchtet. Ab dem 9. November 2025 wird die neue Ausstellung „Aus der Ferne in meine Ukraine“ eröffnet, die sich mit den Schicksalen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Zeitraum von 1942 bis 1943 auseinandersetzt. Diese eindrucksvolle Schau basiert auf den Briefen der Zwangsarbeiterin Hanna Pastuch, die 1942 aus Gelsenkirchen verschleppt wurde. Der Spökenkieker berichtet, dass die Ausstellung ein gemeinsames Projekt der ukrainischen NGO „After Silence“ und des Instituts für Stadtgeschichte Gelsenkirchen ist.
Die vielfältigen Stimmen der Zwangsarbeiter, die unter der deutschen Besatzung litten, stehen im Fokus der Präsentation. Zu beachten ist, dass viele Erlebnisse der Zwangsarbeiter oft nur fragmentarisch überliefert sind, da Fotografieren ihnen untersagt war und die Briefe häufig zensiert oder gar vernichtet wurden. Nach dem Krieg wurden viele Dokumente beschlagnahmt, was das kollektive Gedächtnis über diese dunkle Zeit nachhaltig beeinflusste.
Eröffnung und Programm
Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt um 16 Uhr, ganz gleich, dass der Eintritt frei ist. Dr. Daria Reznik wird zur Eröffnung einen Einführungsvortrag halten und das Publikum auf die Inhalte der Ausstellung einstimmen. Die zweisprachige Präsentation in Deutsch und Ukrainisch ermöglicht es einer breiten Öffentlichkeit, die emotionalen und oft tragischen Erlebnisse der Zwangsarbeiter hautnah nachzuvollziehen.
Doch nicht nur in Warendorf wird an diese schmerzliche Vergangenheit erinnert. Bereits am 21. November 2025 wird die Ausstellung auch in der Studiobühne der Universität Münster zu sehen sein. Diese ist unter der Leitung von Prof. Dr. Ricarda Vulpius organisiert und umfasst eine Zusammenarbeit mit der Initiative „Ukrainian Studies in Münster“. Die Universität Münster hebt hervor, dass die Ausstellung zwei Wochen lang im Foyer des Philosophikums laufen wird und das Ziel verfolgt, an das Schicksal der ukrainischen Zwangsarbeiter während des Nationalsozialismus zu erinnern.
Einblicke in das Leben der Zwangsarbeiter
Die Briefe, die in beiden Ausstellungen gezeigt werden, stammen aus dem wiederentdeckten Privatarchiv von Hanna Pastuch, dessen Geschichten exemplarisch für viele andere Zwangsarbeiter stehen. In einer Einführung durch Kateryna Kobchenko wird das Thema „Zwangsarbeiter in Deutschland“ vertieft. Daria Reznyk vom Leipziger Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa wird die Konzeption der Ausstellung erläutern und somit den Rahmen für die Besucher erweitern.
Zusammengefasst lädt die Ausstellung „Aus der Ferne in meine Ukraine“ dazu ein, in die Zeit des Zweiten Weltkriegs einzutauchen, und macht das erschütternde Schicksal der ukrainischen Zwangsarbeiter einem breiten Publikum bewusst. Wir können gespannt auf diese bewegende Ausstellung schauen, die nicht nur die Historie aufarbeitet, sondern auch einen Raum für die Stimmen der Vergangenheit schafft.