Am Freitag, dem 7. November, fand die erste Demokratiekonferenz in Gütersloh statt. Rund 70 engagierte Bürgerinnen und Bürger kamen in der Aula der Janusz-Korczak-Gesamtschule zusammen, um sich über wichtige Themen rund um Demokratie und Diskriminierung auszutauschen. Das Ziel dieser Konferenz war klar: Ideen entwickeln, um der Demokratiefeindlichkeit entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Gütersloh berichtet, dass die Teilnehmer in Workshops direkt an Lösungen arbeiteten.

Der Beigeordnete für Soziales und Schule, Henning Matthes, betonte die zentrale Rolle, die Schulen in diesem Prozess spielen. “Schulen sind Schlüsselorte der Demokratie”, so Matthes. Diese Aussage zeigt, welch großen Stellenwert die Bildung für eine lebendige Demokratie hat. In verschiedenen Diskussionsrunden wurden dann auch brennende Fragen behandelt: Wo treten in Gütersloh demokratiefeindliche oder diskriminierende Entwicklungen auf? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um diesen entgegenzuwirken? Und was benötigt es, um die demokratische Kultur in der Region weiter zu fördern?

Impulsreferate und Partnerschaft für Demokratie

Ein besonderes Highlight der Konferenz war der Impulsvortrag von Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach von der FH Münster. Er sprach über die Herausforderungen, denen die Demokratie gegenwärtig gegenübersteht. Im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in Gütersloh, die durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt wird, sollen Strategien gegen Extremismus, Diskriminierung und Ausgrenzung entwickelt werden. Die Ergebnisse der Konferenz fließen in eine umfassende Situations- und Ressourcenanalyse ein, die als Grundlage für zukünftige Maßnahmen dienen wird.

Dieses Projekt, das auf einen Zeitraum von acht Jahren angelegt ist, bietet die Möglichkeit, nachhaltig an der Stärkung der demokratischen Strukturen zu arbeiten. Die nächste Demokratiekonferenz ist bereits für das kommende Jahr geplant, um den Dialog fortzuführen und weitere Schritte zu besprechen.

Die Bedeutung von Demokratiebildung

In diesem Zusammenhang spielt die Demokratiebildung eine wesentliche Rolle. Laut der Empirischen Bildungsforschung ist die Förderung von Freiheit, Gleichheit und Solidarität dringend erforderlich, um den Herausforderungen der modernen Welt, wie der Globalisierung und dem Klimawandel, zu begegnen. Eine Demokratie lebt von der aktiven Mitgestaltung ihrer Bürger und der individuellen politischen Beteiligung. Dabei müssen soziale Unterschiede und die politische Integration in den Fokus gerückt werden.

Besonders wichtig ist dabei der Dialog und die Offenheit gegenüber verschiedenen Meinungen und Ansichten. Werte wie Konflikttoleranz und Kompromissbereitschaft sind notwendig, um eine demokratische Kultur zu fördern.
Bildung ist hier ein Schlüssel: Über Projekte wie den Bundeswettbewerb „Demokratisch Handeln“ wird seit 1991 die demokratische Haltung bei Kindern und Jugendlichen gestärkt.

In der aktuellen Zeit, in der viele Menschen Informationen über Plattformen wie YouTube konsumieren, bleibt die Herausforderung bestehen, hochwertige Bildungsressourcen bereitzustellen. YouTube berichtet, dass 94% der Lehrer die Plattform nutzen, um ihre Lehrpläne zu unterstützen. Eine neue Musikbildungsreihe namens „Think Like a Musician“ setzt genau hier an, indem sie Lehrer mit hochwertigen Inhalten unterstützt und interaktive Erfahrungen für Schüler bietet.

Insgesamt zeigt sich, dass die Verbindung von Bildung und Demokratie entscheidend ist, um eine lebendige und inklusive Gesellschaft zu fördern. Die Zukunft der Demokratie hängt davon ab, wie erfolgreich wir es schaffen, den Dialog zu fördern und jedem Einzelnen die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren.