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Am 10. November 2025 wurde in Gütersloh der schrecklichen Pogromnacht vom 9. November 1938 gedacht, als die Synagoge in Brand gesetzt und jüdische Wohnungen verwüstet wurden. Bürgermeister Matthias Trepper erinnerte in seiner bewegenden Rede an die Vergehen, die damals gegen die jüdische Bevölkerung verübt wurden. Rund 300 Menschen versammelten sich am Sonntagabend am Standort der ehemaligen Synagoge, viele von ihnen beleuchtet von Lichtern, um ihrer Solidarität Ausdruck zu verleihen. Trepper forderte vor allem die junge Generation auf, sich für eine Welt ohne Rassismus und Antisemitismus einzusetzen, wobei er darauf hinwies, dass aus der Erinnerung Verantwortung erwächst. „Das Wegsehen und Schweigen der Bevölkerung hat viele Menschenleben gekostet“, teilte der Bürgermeister mit und rief zur aktiven Mitgestaltung unserer Gesellschaft auf. Für ihn sind Bildung, Austausch und Mut zentrale Pfeiler im Kampf gegen den Hass.

Besonders eindringlich waren die Worte zweier Schülerinnen, die Ellen Tarlow zitierten, die als elfjähriges Mädchen die Schrecken der Pogromnacht hautnah erleben musste. An diesem Erinnerungsmoment enthoben die Anwesenden zudem einen Kranz am Gedenkstein, der von Lichtern umrahmt wurde. Pfarrerin Dorothee Antony und andere Vertreter des Christenrats rundeten die Zeremonie mit Fürbitten und Gebeten ab, darunter auch das Gebet der Vereinten Nationen. Diese Ehrungen zeigen, wie wichtig es ist, das Gedächtnis lebendig zu halten und für eine gemeinsame Zukunft zu kämpfen.

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Ein Blick auf die Vergangenheit

Die Ereignisse vom 9. November 1938 reichen weit über den Ort Gütersloh hinaus. In ganz Deutschland brannten Synagogen, und viele jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden misshandelt, verhaftet und getötet. Diese organisierten Übergriffe markierten nicht nur einen Bruch mit der Rechtsstaatlichkeit, sondern leiteten auch die systematische Verfolgung von Millionen Menschen ein. Ministerpräsident Boris Rhein erinnerte an die Pogromnacht und rief alle dazu auf, aktiv gegen Antisemitismus und das Vergessen einzutreten. „Es ist unsere Verantwortung, die Erinnerung an die Verbrechen wachzuhalten“, so Rhein, der den 9. November als einen „deutschen Schicksalstag“ bezeichnete.

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Diese Mahnungen sind heute relevanter denn je, denn jüdisches Leben in Deutschland ist stark unter Druck. Antisemitische Gewalttaten haben auch 2024 einen besorgniserregenden Anstieg erfahren: In Hessen wurden rund 926 Vorfälle registriert, was einem Anstieg von etwa 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Benjamin Graumann, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, sprach von anhaltenden Bedrohungen und der Angst innerhalb der Gemeinde. Viele Mitglieder ziehen es vor, ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde nicht öffentlich zu zeigen, um sich und ihre Familien zu schützen. Die ungebrochene Welle des Antisemitismus wird nicht zuletzt durch die geopolitische Lage im Nahen Osten und den Terrorangriff am 7. Oktober 2023 verstärkt.

Ein Appell an die Gemeinschaft

In einer Zeit, in der Antisemitismus wieder stark präsent ist, ist es umso wichtiger, dass wir uns erinnern und Verantwortung übernehmen. Die „Schrecken der Pogromnacht“ dürfen sich niemals wiederholen, und jede Generation ist aufgerufen, für Menschlichkeit und Toleranz einzustehen. Die Stadt Gütersloh und der Christenrat zeigten mit dieser Gedenkveranstaltung, dass das Gedenken an die Opfer und der Einsatz für eine bessere Zukunft Hand in Hand gehen müssen. Lassen Sie uns alle ein gutes Händchen haben und aktiv gegen das Vergessen vorgehen – für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

In diesem Sinne merkte auch Bürgermeister Trepper an, dass wir alle aktiv werden müssen und uns gegen Hass, Rassismus und Antisemitismus einsetzen sollten, um eine friedliche und gerechte Gesellschaft zu gewährleisten. „Wir alle tragen die Verantwortung, nicht nur zu erinnern, sondern auch zu handeln“, schloss er seine Rede in einem eindringlichen Appell an die Zuhörerschaft.

Die Berichte über die Pogromnacht und die aktuelle Lage führen uns eindrücklich vor Augen: Wir dürfen nicht weggucken, wenn es um Menschlichkeit geht. Nur gemeinsam können wir einen echten Unterschied machen und für ein respektvolles Miteinander eintreten.

Gütersloh.de berichtet über die Gedenkfeier
Hessenschau informiert über die Pogromnacht und ihre Folgen