Im Emil Schumacher Museum in Hagen läuft zurzeit eine beeindruckende Retrospektive des Künstlers Rupprecht Geiger, die unter dem Titel „Rupprecht Geiger – Farbe · Licht · Energie“ bis zum 7. Juni 2026 zu sehen ist. Diese Einzelausstellung zeigt rund 70 Werke aus allen Schaffensphasen des 1908 geborenen und 2009 verstorbenen Malers, der als einer der bedeutendsten Vertreter der europäischen Farbfeldmalerei gilt. Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Archiv Geiger in München entstanden und bietet einen tiefen Einblick in die künstlerische Entwicklung Geigers.
Geiger, der Mitbegründer der Gruppe ZEN 49 war, wandte sich im Laufe seiner Karriere konsequent von der gegenständlichen Malerei ab. Stattdessen stellte er Farbe als zentrales Thema in den Fokus seiner Werke. Besonders prägend war sein Einsatz von chemisch hergestellten Tagesleuchtpigmenten, die ihm halfen, strahlende Rottöne zu erzeugen. Diese innovative Technik trug maßgeblich zu seinem Durchbruch in den 1960er-Jahren bei, als er ikonische Bilder schuf, die bis heute in Erinnerung bleiben. Die Ausstellung bietet einen chronologischen Rundgang, der mit farbig illustrierten Kriegstagebüchern und frühen Landschaftsaquarellen aus den 1940er-Jahren beginnt und über Gouachen und seltene Zeichnungen bis hin zu seinen kraftvollen Farbfeldern führt.
Künstlerische Begegnungen und innovative Techniken
Die Retrospektive gewährt zudem eine indirekte Begegnung zwischen Rupprecht Geiger und Emil Schumacher, zwei befreundeten Malern, die sich in ihren Ansätzen zur gegenstandslosen Kunst nach 1945 stark unterscheiden. Während Schumacher andere Wege beschritt, war Geiger stets bestrebt, die Farbe zu seinem alleinigen Thema zu machen und reduzierte seine Werke auf einfache geometrische Formen. Diese künstlerische Entwicklung prägte die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts und brachte Geiger internationale Anerkennung, darunter den Salomon-Guggenheim-Preis im Jahr 1959 und den Rubenspreis der Stadt Siegen im Jahr 1992.
Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist die Präsentation der Werke an hohen weißen Wänden, die den Besuchern einen klaren Blick auf die unterschiedlichen Formate ermöglicht, von kleinen bis hin zu großflächigen Arbeiten. Geiger arbeitete bis über 100 Jahre an der Staffelei und ließ sich dabei stets von seiner Leidenschaft zur Farbe leiten. Die Ausstellung wird von Julia Geiger und Rouven Lotz kuratiert und begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm sowie einem Katalog, der Texte von Siegfried Gohr und Daniel Zamani enthält.
Ein Blick auf Geigers Vermächtnis
Die Kunst von Rupprecht Geiger ist nicht nur in Museen, sondern auch im öffentlichen Raum präsent, wie beispielsweise das „Gerundete Blau“ am Kulturzentrum Gasteig in München oder die „Dreiteilige Wandgestaltung“ an der Ruhr-Universität Bochum. Geigers Einfluss ist unbestreitbar, und seine Werke sind ein wichtiger Bestandteil der Kunstgeschichte Deutschlands. Das Emil Schumacher Museum in Hagen bietet mit dieser Ausstellung eine hervorragende Gelegenheit, die Vielfalt und Tiefe seines Schaffens zu entdecken und die Entwicklung seiner künstlerischen Vision nachzuvollziehen.
Für weitere Informationen und Details zur Ausstellung können Sie die Webseite des Museums besuchen: hier.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch und darauf, gemeinsam die faszinierende Welt von Rupprecht Geiger zu erkunden!