In der Stadt Hamm stehen die Vorbereitungen für ein ganz besonderes Jubiläum an: Die Stadt feiert ihr 800-jähriges Bestehen. Doch wie es aussieht, werden die Pläne für ein Denkmal zu Ehren des Stadtgründers Graf Adolf I. von der Mark wohl nicht rechtzeitig zum Feierlichkeiten fertig. Wie wa.de berichtet, hat der Förderverein Burg Mark Hamm die Idee, ein lebensgroßes Denkmal aus Naturstein zu errichten, das auf dem Areal der Stammburg aufgestellt werden soll. Diese Idee existiert bereits seit rund 15 Jahren, doch die Zeit drängt. Der Vorsitzende des Fördervereins, Tobias Huster, zeigt sich besorgt über finanzielle Schwierigkeiten bei der Umsetzung.
Aktuell hat der Förderverein etwas über 6000 Euro an zweckgebundenen Einnahmen und Spenden gesammelt. Der Kostenvoranschlag für das Denkmal liegt bei circa 20.000 Euro, wobei die tatsächlichen Kosten möglicherweise noch darüber hinausgehen. Für den Förderverein wird die Zeit nun knapp, um das Denkmal bis zum Jubiläum zu realisieren. Ein Standort für die Statue ist noch nicht festgelegt, es sind Gespräche mit der Stadtverwaltung notwendig. Geplant sind auch kleinere Veranstaltungen zum Stadtjubiläum, dazu gehört das Vortragen des Gründungsprivilegs und die Teilnahme an einer Vortragsreihe sowie dem Hansetag im April.
Ein Denkmal mit Historie
Im Mittelpunkt der Planungen steht Graf Adolf I. von der Mark, der als Stadtgründer gilt. Über seinen tatsächlichen Charakter ist allerdings wenig bekannt. Historische Figuren wie er sind oft von Legenden umgeben; so auch Adolf I., der in einigen Sagen den Titel „Eiserner Graf“ trägt, da er sich als Kriegsherr hervorgetan hat. Eine faszinierende Vorlage für das geplante Denkmal bietet der Nagelgraf, eine Eichenholzskulptur, die 1915 von Bildhauer Leopold Fleischhacker geschaffen wurde.
Der Nagelgraf war eine Nagelfigur, die in Hamm aufgestellt wurde und symbolisch den Ersten Weltkrieg repräsentierte. Bei der Einweihung im Jahr 1916 versammelten sich zehntausende Besucher. Interessanterweise wurde die Statue auch zur Sammlung von Spenden für die Hinterbliebenen gefallener Soldaten genutzt. Innerhalb eines Jahres kamen stolze 61.000 Mark zusammen. Dieser Brauch der Kriegsnagelung war nicht nur in Hamm verbreitet; Städte wie Berlin und Düsseldorf hatten ähnliche Figuren.Wikipedia beleuchtet die meisten dieser Hintergründe und Quellen der Legenden, die sich um den Nagelgrafen ranken.
Erinnerungskultur in Hamm
Das Bestreben, ein Denkmal zu errichten, ist auch Teil einer breiteren Erinnerungskultur in Hamm. Das Stadtarchiv hat sich der Aufgabe verschrieben, historische Aspekte der städtischen Entwicklung ins öffentliche Bewusstsein zu tragen. Eine Initiative ist das Langzeitprojekt „Stelen zur Stadtgeschichte“, das das Geschichtswissen fördern soll. Darüber hinaus bietet Hamm.de ein digitales Nachschlagewerk namens HammWiki, das allen Interessierten die Möglichkeit gibt, mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren.
Ob das Denkmal also rechtzeitig zur Feier des Stadtjubiläums fertiggestellt werden kann, bleibt abzuwarten. Die Bürgerinnen und Bürger dürfen gespannt auf die kommenden Veranstaltungen und die Entwicklungen rund um den Graf Adolf I. von der Mark schauen.