In der Region Hamm wird derzeit an einem bedeutenden Infrastrukturprojekt gearbeitet: Der Neubau der A1-Brücke über die Nordlippestraße. Diese Maßnahme ist Teil des umfangreichen Plans, die Autobahn A1 zwischen Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz sechsspurig auszubauen. Der Neubau der Brücke selbst erfolgt auf innovative Weise, um die Verkehrsbelastung so gering wie möglich zu halten.
Der Überbau für die Fahrtrichtung Köln wird zunächst in einem speziellen Bereich neben der Autobahn, im sogenannten „Ohr“, fertiggestellt. Nach dem Abbruch der alten Brücke wird der neue Überbau mithilfe hydraulischer Hubsysteme in Position gebracht. Am 17. Februar wurden bereits neun Fertigteilträger aus Stahlbeton angeliefert, die jeweils 25,5 Meter lang sind und 54 Tonnen wiegen. Diese Träger wurden per Autokran auf ein vorbereitetes Gerüst gehoben, was die Notwendigkeit von Sperrungen sowohl für die A1 als auch für die Nordlippestraße vermeiden hilft. Lediglich einige Einschränkungen sind aufgrund des sechsspurigen Ausbaus zu erwarten, der zwischen Hamm-Bockum/Werne und dem Kamener Kreuz stattfindet.
Die Planungen und Herausforderungen
Der Planfeststellungsbeschluss für den sechsspurigen Ausbau wurde bereits im Sommer erteilt. Insgesamt sind 16 Brücken in diesem Abschnitt neu zu bauen, darunter auch die Brücken über die Nordlippestraße und den Datteln-Hamm-Kanal, die aufgrund ihrer Dringlichkeit aus dem Planfeststellungsverfahren herausgelöst wurden. Während der Bauarbeiten werden Behelfsbrücken zur Verfügung stehen, um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.
Die Autobahn Westfalen rechnet für 2030 mit bis zu 89.100 Fahrzeugen pro Tag zwischen Hamm/Bergkamen und dem Kamener Kreuz. Aktuell stehen in diesem Bereich nur vier Fahrspuren zur Verfügung. Um den Verkehr während der Bauarbeiten nicht zu beeinträchtigen, wird der Verkehr während des Abrisses einspurig über die verbleibende Brückenhälfte geleitet, ergänzt durch provisorische Auf- und Abfahrten.
Ein Blick auf die Lärmschutzmaßnahmen
Ein weiterer Aspekt des Projekts sind die Lärmschutzmaßnahmen, die parallel zu den Bauarbeiten durchgeführt werden. Neue Lärmschutzwände werden für Anwohner in Werne-Stockum und Bergkamen-Rünthes auf bis zu acht Meter erhöht. An den Rastanlagen „Fuchs-Eggen“ und „Haus Reck“ wird zudem eine vier Meter hohe Lärmschutzwand errichtet, um den Geräuschpegel für Anwohner zu reduzieren.
Dokumentation und Zukunft der Brückenbauwerke
Die Bedeutung solcher Infrastrukturprojekte wird auch in der Veröffentlichung der Dokumentationsreihe „Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen“ deutlich, die in ihrer 31. Ausgabe einen Fokus auf die Erhaltung und den Ersatzneubau von Brücken- und Tunnelbauwerken in Deutschland legt. Die Dokumentation zeigt die technischen Herausforderungen und innovativen Lösungen, die bei Planung, Bau und Überwachung solcher Projekte zum Tragen kommen. Diese Initiative verdeutlicht die Notwendigkeit, die Infrastruktur in Deutschland kontinuierlich zu modernisieren und zu erhalten, um den wachsenden Verkehrsanforderungen gerecht zu werden.
Die A1 bleibt während der gesamten Bauarbeiten grundsätzlich befahrbar, und die Vorbereitungen für den Brückenneubau am Datteln-Hamm-Kanal laufen ebenfalls bereits. Weitere Sperrungen an der Anschlussstelle und der Nordlippestraße sind geplant, konkrete Termine stehen allerdings noch nicht fest.
Für weitere Informationen zu den Bauarbeiten und Entwicklungen rund um die A1 können Sie die Quelle hier und die Informationen zum sechsspurigen Ausbau der A1 hier nachlesen.
Die kontinuierliche Arbeit an den Brücken zeigt, dass der Straßenbau nicht nur eine technische Herausforderung darstellt, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung, die Lebensqualität und Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.