Die Auswirkungen von politischen Entscheidungen auf den internationalen Tourismus sind oft weitreichend und nicht zu unterschätzen. So zeigt sich auch in Hamm, dass die bundesweiten Buchungen für Reisen in die USA seit Donald Trumps Amtsantritt im Januar 2025 um fast 12% eingebrochen sind. Diesen Rückgang nennt man mittlerweile den „Trump Slump“. Besonders im Fokus stehen dabei die beiden US-Städtepartnerschaften Hamm mit Santa Monica, Kalifornien, und Chattanooga, Tennessee. Während Santa Monica Kamala Harris mit über 58% wählte, fiel die Entscheidung in Chattanooga klar zugunsten von Donald Trump, der dort über 64% der Stimmen erhielt. Trotz dieser politischen Spannungen gibt es jedoch keine alarmistischen Reaktionen von Seiten des Internationalen Clubs Hamm (i.C.H.), der die Städtepartnerschaften pflegt und bei Individualreisen berät.

Der stellvertretende Vorsitzende des i.C.H., Christian Fecke, betont die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Kontakts in politisch kritischen Zeiten. Auch Lukas Cieslinski, der Städtebeauftragte für Santa Monica, sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen der US-Regierung und der Reisebereitschaft der Hammer Bürger. Die letzte Delegation aus Hamm besuchte Santa Monica im Jahr 2024, und ein Gegenbesuch aus Kalifornien nach Hamm ist für dieses Jahr geplant. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Städtepartnerschaften anders funktionieren als normaler Tourismus; Reisende übernachten bei Gastfamilien und nicht in Hotels, was eine persönliche Bindung schafft.

Wirtschaftliche Auswirkungen des Rückgangs

Die negativen Auswirkungen von Trumps Politik auf den Tourismussektor in den USA sind gravierend. Prognosen für 2025 zeigen einen Rückgang der Ausgaben internationaler Besucher um bis zu 29 Milliarden US-Dollar, was etwa 24,7 Milliarden Euro entspricht. Dies könnte Millionen Arbeitsplätze im Tourismussektor gefährden. Während der globale Tourismus ansteigt, stagnieren die USA und verzeichnen als einziges Land einen Rückgang der Besucherausgaben. Ein deutlich spürbarer Rückgang bei kanadischen Touristen, die im Mai 2025 38% weniger mit dem Auto und 24% weniger per Flugzeug anreisten, untermauert diese Entwicklung. Viele Amerikaner zeigen sich aufgrund der politischen Lage verunsichert und befürchten negative Folgen für ihre eigenen Auslandsreisen.

Einheimische Unternehmer, wie Marco Wischmeier, berichten von einem spürbaren Rückgang der Touristen und senken bereits die Mietpreise um 20%. Zudem hat Trump angekündigt, die Eintrittspreise für ausländische Touristen in US-Nationalparks zu erhöhen, um die Parks für US-Bürger erschwinglich zu halten. Diese Einnahmen sollen in die Infrastruktur der Nationalparks investiert werden, was möglicherweise langfristig auch die touristische Attraktivität der USA gefährden könnte.

Ein Blick in die Zukunft

Die USA verzeichnen seit acht Monaten einen Rückgang internationaler Besucher, trotz einer globalen Zunahme des Reisens. Dies hat nicht nur negative Auswirkungen auf die Tourismusbranche, die eine bedeutende wirtschaftliche Rolle spielt, sondern könnte auch gefährlich für Regionen sein, die stark auf ausländische Touristen angewiesen sind. Laut dem National Travel and Tourism Office gab es weniger Touristen aus zehn der zwanzig wichtigsten Herkunftsländer, darunter Deutschland, Indien und Südkorea. Die Reise- und Tourismusindustrie unterstützte 2024 über 15 Millionen Arbeitsplätze und generierte eine Wirtschaftsleistung von etwa 1,3 Billionen US-Dollar, während die Einnahmen aus internationalen Besuchern, die zuvor 181 Milliarden US-Dollar betrugen, zunehmend wegbrechen.

In Las Vegas, einem wichtigen Zentrum für den Tourismus, führt der Rückgang bereits zu Entlassungen. Viele Beschäftigte suchen neue Beschäftigungsmöglichkeiten, was sich auch durch einen Anstieg der Bewerbungen für Tänzerinnen in einem Stripclub am Las Vegas Strip um 55% zeigt. Der Wunsch nach Reisen bleibt dennoch bestehen, doch meiden internationale Touristen zunehmend die USA. Im Gegensatz dazu zeigt Australien eine Erholung im internationalen Reiseverkehr, der fast wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt ist.

Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen auf, dass der Tourismus in den USA vor großen Herausforderungen steht. Handelskonflikte, Zollstreitigkeiten und eine allgemeine geopolitische Unsicherheit führen zu Boykottaufrufen gegen US-Produkte. Die US Travel Association prognostiziert zwar ein Wachstum des Inlandsurlaubsmarktes um 1,9% im Jahr 2025, doch bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für internationale Besucher entwickeln wird.

Die Stabilität der Städtepartnerschaften in Hamm könnte durch verschärfte Einreiseregeln, einen schwachen Euro und allgemeine Verunsicherungen auf die Probe gestellt werden. Die Bedeutung des zivilgesellschaftlichen Austauschs bleibt in diesem Kontext umso wichtiger, um Brücken zwischen den Kulturen zu bauen, auch wenn die politischen Rahmenbedingungen herausfordernd sind. Weitere Informationen zu den Entwicklungen im Tourismus finden Sie in den Quellen: WAZ, Focus, und Business Insider.