Am 21. März 2026 fand in Gangelt eine großangelegte Übung unter dem Namen “EMREX” statt, bei der rund 630 Einsatzkräfte aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien einen simulierten Massenunfall trainierten. Auf der Kreisstraße 13 wurde ein schwerer Verkehrsunfall mit vielen Verletzten nachgestellt, und 65 Verletztendarsteller sorgten für ein realistisches Szenario. Der Fokus lag auf der medizinischen Versorgung sowie der koordinierten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen nationalen Systemen. Die Übung wurde koordiniert von der Kreisverwaltung Heinsberg und dem EMRIC-Verbund, einem Zusammenschluss öffentlicher Dienste für Brandbekämpfung, Rettungswesen und Katastrophenschutz in der Euregio Maas-Rhein, der die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördert, wie kreis-heinsberg.de berichtet.
Die Alarmierung erfolgte durch Landrat Stephan Pusch, der um 8:22 Uhr über die Leitstelle des Kreises Heinsberg die Einsatzkräfte mobilisierte. Bürgermeister Guido Willems bedankte sich währenddessen bei den Anwohnern für ihr Verständnis, da während der Übung die K13 vollständig gesperrt war. Die Übung war nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine hervorragende Gelegenheit für die Teilnehmer, ihre Fähigkeiten zu testen und verbessern. Andreas Dovern, Vorsitzender der EMRIC-Lenkungsgruppe, hob hervor, wie wichtig das Training für die Synchronisation unterschiedlicher Gesetze und Systeme ist. „Ohne die ehrenamtlichen Kräfte wäre der Katastrophenschutz im Kreis Heinsberg nicht denkbar“, so Pusch. Das lobte auch das Engagement der Teams, welches von den Anwesenden als vorbildlich wahrgenommen wurde.
Realistische Szenarien und moderne Technik
Im Rahmen der Übung wurde erstmals das digitale Unterstützungssystem „rescueTABLET“ eingesetzt, das eine Echtzeit-Lagebildübertragung ermöglicht. Dieses technische Gerät war entscheidend, um während des Einsatzes wichtige Informationen schnell und effizient zu verbreiten. Ein weiteres Highlight war die Integration des „Eumed Hospital“-Konzepts, das den Einsatzkräften die Abfrage freier Bettenkapazitäten in den Krankenhäusern der Euregio erleichterte. „Dafür haben wir uns viel vorgenommen, und die Übung wird uns helfen, die Abläufe weiter zu optimieren“, erklärte der Übungsleiter Günter Paulzen von der Feuerwehr Gangelt, der die Auswertung der Übung vorantreiben wird.
Im Zuge der Übung wurden auch verschiedene reale Einsatzbedingungen getestet. Die beteiligten Einheiten, darunter Feuerwehren, Rettungsdienste und Spezialkräfte aus den drei Ländern, arbeiteten Hand in Hand bei der Personenrettung, der Behandlung von Verletzten und bei der Koordination der verschiedenen Leitstellen. „Hier wird deutlich, wie gut die Zusammenarbeit in der Grenzregion funktioniert“, sagte ein Teilnehmer im Anschluss an die Übung. Zudem blieb die reguläre Notfallversorgung in Gangelt und Selfkant während der gesamten Übung uneingeschränkt gewährleistet.
Ein Blick in die Zukunft
Die Ergebnisse der großangelegten Übung sollen in den kommenden Wochen ausgewertet werden, um die grenzüberschreitenden Protokolle weiter zu verbessern. Neben der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) waren auch andere Bereiche, wie beispielsweise die Dekontaminationsplätze und die CBRN-Erkundung, in die Planungen mit einbezogen worden. Es wurde in allen Belangen darauf geachtet, dass die maximalen Sicherheitsstandards eingehalten werden. Verkehrsteilnehmer in der Umgebung wurden gebeten, den Bereich zu meiden und Umleitungen zu nutzen, um die Übungen nicht zu gefährden. Laut kfv-heinsberg.de schließen sich die Verantwortlichen der Hoffnung an, dass durch solche Übungen die Effizienz in der grenzüberschreitenden Rettungsarbeit stetig gesteigert werden kann.




