Die Ratheimer Leonardo da Vinci Gesamtschule in Hückelhoven war kürzlich Gastgeber der sechsten Auflage der Work-and-Study-Messe, die den Schülerinnen und Schülern aus dem Kreis Heinsberg wertvolle Informationen über ihre Möglichkeiten nach dem Abitur bot. Rund 50 Aussteller, darunter Hochschulen, Universitäten, Work-and-Travel-Anbieter und Unternehmen, präsentierten sich und ihre Angebote. Die Veranstaltung wurde von Joachim Bagusche, dem Studien- und Berufswahlkoordinator, sowie Marita Rosenthal-Becher organisiert. Ein besonderes Merkmal dieser Messe war das rotierende System, bei dem die Schulen beim Standort wechseln. Erstmals fand die Messe in Ratheim statt, und die Organisatoren planen, die Anzahl der Unternehmen für die nächste Veranstaltung zu erhöhen. Die nächste Messe soll im Jahr 2031 an der Ratheimer Gesamtschule stattfinden. Die Rheinische Post war ebenfalls unter den Ausstellern vertreten.
Die Veranstaltung gliederte sich in vier Teile: Zunächst gab es ein Grußwort der Schulleitung, gefolgt von einer Podiumsdiskussion über verschiedene Berufswege. Die Unternehmen stellten sich vor, und schließlich hielten Hochschulen und Universitäten Vorträge über Themen wie Studienfinanzierung und Auslandsaufenthalte. Ein ganz besonderer Punkt der Messe war der „Meet and Ask“-Slot, der den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bot, verschiedene Berufsfelder zu erkunden und direkten Kontakt zu Institutionen und Firmen der Region herzustellen. Um die Veranstaltung noch besser zu gestalten, wurden die Schüler vorab nach ihren Interessen befragt.
Berufliche Orientierung in Nordrhein-Westfalen
Die Work-and-Study-Messe ist Teil des landesweiten Programms „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA), das seit 2012/2013 für eine strukturierte, geschlechtersensible und kultursensible Berufs- und Studienorientierung in NRW sorgt. Seit 2016/2017 nehmen alle öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen ab Jahrgangsstufe 8 an diesem Programm teil. Ziel ist es, junge Menschen optimal auf den Übergang in das Berufsleben oder Studium vorzubereiten, indem sie selbstverantwortliche Entscheidungen treffen können. Dazu gehört auch die umfassende Unterstützung von Schülern mit Migrationshintergrund oder besonderen Bedürfnissen.
Im Rahmen von KAoA wurde der Begriff „Berufs- und Studienorientierung“ in „Berufliche Orientierung“ geändert. Der entsprechende NRW-Erlass, der am 23.01.2019 veröffentlicht wurde, umfasst Ziele, Aufgaben und die Organisation der Beruflichen Orientierung sowie die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Berufsberatung und Hochschulen. Ein zentrales Element sind Schülerbetriebspraktika, die in den Klassen 9 oder 10 verbindlich sind, sowie die Möglichkeit von Praktika im Ausland, um die Studienorientierung zu verbessern. Die Qualifizierung der Lehrkräfte spielt dabei eine wichtige Rolle, um die Angebote bestmöglich umzusetzen.
Die Herausforderung des Übergangs
Der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in eine Ausbildung, in den Beruf oder in ein weiteres schulisches Bildungsgang oder Studium ist für viele Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung. Umso wichtiger sind Initiativen wie KAoA, die ihnen helfen, diesen Übergang zu meistern. Die Koordinierungsstelle Berufliche Orientierung bei der Bezirksregierung unterstützt Schulen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen und begleitet sie durch gezielte Beratung. So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten, von den Schulen bis zur Berufsberatung, eng zusammenarbeiten, um den Jugendlichen die bestmögliche Unterstützung zu bieten.
Für weitere Informationen zu den Angeboten und Materialien im Rahmen von KAoA können Interessierte die Webseite zur Beruflichen Orientierung des Landes Nordrhein-Westfalen besuchen. Die Initiative zeigt, wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg in die Zukunft zu begleiten und zu unterstützen.






