Achtung: Hohe Jodwerte in Algenprodukten - Verbraucher aufgepasst!
Erfahren Sie, wie Verbraucherzentralen Algenprodukte auf Jodgehalt untersuchen und wichtige Gesundheitshinweise bereitstellen.

Achtung: Hohe Jodwerte in Algenprodukten - Verbraucher aufgepasst!
Algen sind aktuell in aller Munde – nicht nur in Sushi-Rollen, sondern auch in vielen Lebensmitteln wie Chips, Salaten und sogar Brot. Doch während Algenprodukte in der Küche immer beliebter werden, warnen Verbraucherschützer vor übermäßigem Jodkonsum. Dies könnte insbesondere für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen gefährlich werden. Laut Radio Herford haben die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Thüringen 142 Algenprodukte unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass es an Transparenz hinsichtlich Jodgehalten und potenziellen Risiken mangelt.
Die Untersuchungen zeigen, dass von 56 Produkten mit relevanten Algenanteilen nur etwas mehr als die Hälfte Warnhinweise zur Schilddrüsenfunktion aufweist. Besonders alarmierend sind die Ergebnisse der Laboruntersuchungen, die Jodgehalte zwischen 11 und 8.720 Mikrogramm pro 100 Gramm ergaben. Das hat die Verbraucherschützer auf den Plan gerufen: „Bei drei Produkten führten übliche Verzehrmengen zu gesundheitlich bedenklich hohen Jodaufnahmen,“ sagt eine Expertin.
Jod – ein zweischneidiges Schwert
Jod spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Schilddrüse. Es hilft bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen und kann daher die Jodversorgung erheblich verbessern. Dennoch: Gerade bei übermäßiger Aufnahme kann Jod schädlich sein. Für die meisten Menschen liegt die empfohlene Höchstmenge bei 500 bis 600 Mikrogramm pro Tag, wie die Verbraucherzentrale mitteilt. Diesbezüglich ist es wichtig, auf die Angaben in den Zutatenlisten zu achten.
Besonders kritisch sind Produkte, die hohe Jodgehalte aufweisen. Im Rahmen ihrer Untersuchungen fanden Verbraucherschützer heraus, dass acht der 19 getesteten Produkte Warnhinweise tragen sollten. Ein Rooibostee mit Kombu-Alge fiel dabei negativ auf, da bereits 54 Milliliter reichen, um die tägliche Jodmenge von 600 Mikrogramm auszuschöpfen. Zwei Algenpasta-Produkte hatten zudem sehr hohe Jodgehalte, wobei eine Verpackung falsche Werte angab.
Worauf Verbraucher achten sollten
Es gibt jedoch auch algenhaltige Produkte, die moderate Jodgehalte haben und als geeignete Jodlieferanten gelten können. Ein gemischter Salat aus Wakame-Algen oder vegane Fischersatzprodukte können helfen, die Jodversorgung zu unterstützen – allerdings ist hier Vorsicht geboten: „Gerade bei größeren Verzehrmengen dieser Produkte sollte man aufpassen,“ erläutert eine Nahrungsexpertin von Forum Schilddrüse.
Die Verbraucherzentralen empfehlen daher, beim Kauf von Algenprodukten auf klare Jodgehaltsangaben und Warnhinweise zu achten. Bei Produkten mit über 2.000 Mikrogramm Jod pro 100 Gramm sollte ein deutlich sichtbarer Warnhinweis vorhanden sein. Auch Menschen mit Schilddrüsenproblemen sollten sich vor dem Verzehr von Algenprodukten ärztlich beraten lassen und ihre Nahrungsaufnahme entsprechend steuern.
Abschließend bleibt zu sagen: Algen können eine wertvolle Ergänzung für unsere Ernährung sein, doch eine informierte und bewusste Auswahl von algenhaltigen Lebensmitteln ist unerlässlich. Es liegt an jedem Einzelnen, auf die eigene Gesundheit zu achten.