Heute ist der 13.02.2026 und wir werfen einen Blick auf eine bedeutende Veranstaltung im Bereich der Pflege von Menschen mit Demenz. Angehörige von dementen Menschen stehen oft vor enormen Herausforderungen und sind stark belastet. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bietet das Evangelische Krankenhaus Herne (EvK Herne) einen Kurs an, der speziell darauf ausgerichtet ist, Angehörigen Unterstützung zu bieten. Dieser Kurs ist Teil des EVA Ruhr (Evangelischer Verbund Augusta Ruhr), der sieben Standorte in Bochum, Castrop-Rauxel, Gelsenkirchen, Hattingen, Herne und Witten umfasst. Die Teilnahme an diesem Kurs ist kostenlos, jedoch ist eine vorherige Anmeldung bei der Pflegeberatung unter 02323.498-92828 erforderlich.
Der Kurs findet an zwei Tagen, am 19. und 20. Februar 2026, jeweils von 9.30 bis 13.00 Uhr, im EvK Herne-Mitte, Wiescherstraße 24, statt. Unter der Leitung der erfahrenen Pflegeberaterinnen und Krankenschwestern Andrea Lendermann und Jolanta Cojaniz werden die Teilnehmenden mit Fragestellungen rund um das Thema Demenz vertraut gemacht. Dabei lernen sie verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten im Umgang mit Demenzerkrankten, wie Singen, Beten, Gedichte und Körpersprache. Ein wichtiger Aspekt des Kurses ist auch der Umgang mit aggressivem Verhalten, welches häufig aus Frustration oder Überforderung resultiert.
Umgang mit herausforderndem Verhalten
Die Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz können für die Pflegenden herausfordernd sein. Häufig führen Rat- und Orientierungslosigkeit zu Ängstlichkeit, Anhänglichkeit und dem ständigen Wiederholen von Fragen. Aggressives Verhalten ist nicht selten und kann durch verschiedene emotionale Faktoren wie Angst, Wut oder Nervosität ausgelöst werden. Es ist wichtig, den Auslöser für solches Verhalten zu identifizieren, um zukünftige Vorfälle zu vermeiden. In akuten Situationen sollte Ablenkung versucht werden, und bei Bedrohung ist es ratsam, den Raum zu verlassen und Hilfe zu holen.
Ein ruhiger Umgang kann helfen, die Situation zu entschärfen. Die Schaffung einer entspannenden Umgebung, sanfte Ansprache und Körperkontakt sind wichtige Maßnahmen, um die erkrankte Person zu beruhigen. Gut beleuchtete Räume können zudem angstverursachende Schatten vermeiden und zur allgemeinen Beruhigung beitragen. Die Teilnehmer des Kurses im EvK Herne lernen, wie sie auf den Gefühlszustand der erkrankten Person eingehen und somit die Kommunikation und den Umgang erleichtern können.
Wichtigkeit der frühzeitigen Unterstützung
Die frühzeitige Beratung zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten ist entscheidend für pflegende Angehörige. Neben dem Kurs im EvK Herne stehen auch weitere Ressourcen zur Verfügung. Das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. bietet Unterstützung für Fragen rund um das Thema Demenz. Zudem können Pflegestützpunkte und Pflegeberatungsstellen kostenlose, unabhängige Informationen zur Pflege von Menschen mit Demenz bereitstellen. Hierzu gehören auch Informationen zu Leistungen der Pflegeversicherung, wie Pflegedienste, Tages- und Nachtpflege sowie Verhinderungspflege.
Ein Austausch in Selbsthilfe- und Angehörigengruppen kann für viele eine wertvolle Unterstützung darstellen. Das Finden von Gleichgesinnten und der Austausch von Erfahrungen kann entlastend wirken. Zudem wird empfohlen, rechtzeitig Entscheidungen zu treffen, wer im Falle von Entscheidungsunfähigkeit wichtige Entscheidungen für Menschen mit Demenz treffen soll. Weitere Informationen und Hilfestellungen sind in den „Empfehlungen zum Umgang mit Gefährdung bei Demenz“ und der Mitgliederzeitung „Alzheimer Info“ verfügbar.
Für alle, die sich für den Kurs im Evangelischen Krankenhaus Herne interessieren, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich anzumelden und wertvolle Kenntnisse zu erwerben, die nicht nur den Angehörigen helfen, sondern auch den betroffenen Menschen zugutekommen. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf Lokalkompass.