Am 11. Februar 2026 öffnete das neue Lidl-Verwaltungs- und Warenverteilzentrum „HerBo 43“ seine Türen für Schüler und Schülerinnen. Rahmen dieser Veranstaltung, genannt Move2Beruf, informierten sich 150 Jugendliche über die verschiedenen Ausbildungsberufe, die Lidl zu bieten hat. Der Aktionstag, der zu insgesamt fast 2.000 Teilnehmenden aus Herne und Bochum führte, war ein echter Erfolg, da die Hälfte der Schüler aus jeder Stadt kam und somit eine repräsentative Gruppe darstellte.
Initiiert wurde das Event erstmals in Kooperation mit der Stadt Bochum. Hierbei hatten Schüler die Möglichkeit, direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und die Hallen des neuen Zentrums zu besichtigen. Bei dieser Veranstaltung lag der Fokus nicht nur auf den klassischen Ausbildungswegen, sondern auch auf dualen Studiengängen. Lidl möchte somit die Vielzahl an Karrierewegen innerhalb des Unternehmens erfahrbar machen. „Move2Beruf“ schafft praxisnahe Einblicke und ermöglicht es den Jugendlichen, frühzeitig zu entscheiden, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium anstreben wollen. Wie Hallo Herne berichtete, unterstützten auch zahlreiche lokale Akteure die Veranstaltung, darunter die Arbeitsagentur Bochum und verschiedene Schulen.
Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt
Trotz der positiven Resonanz auf der Veranstaltung bleibt die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ein drängendes Problem. Seit 2022 stieg die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen um 40 Prozent, darunter viele, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im Mai 2025 rund 257.607 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Job. Dies unterstreicht den Bedarf an praxisnahen Initiativen wie „Move2Beruf“. Die Deutsche Handwerks Zeitung belegt, dass auch im Handwerk tausende Ausbildungsplätze offen bleiben, während immer mehr Jugendliche Schwierigkeiten haben, einen Platz zu finden.
Besonders Jugendliche mit Schulschwierigkeiten sind gefährdet, keinen Ausbildungsplatz zu ergattern. Schätzungen zeigen, dass über 75 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen bereits in der Schule Probleme hatten. Dies wird zusätzlich durch den so genannten „Mismatch“ zwischen den Berufswünschen der Jugendlichen und den tatsächlich angebotenen Lehrstellen verstärkt. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sind Projekte wie „Move2Beruf“ und andere Initiativen zur Förderung junger Talente unerlässlich.
Ein Blick in die Zukunft
Die Verantwortlichen setzen große Hoffnungen auf solche Aktionen, um die Talente der jungen Generation zu fördern und den Fachkräftemangel in der Region zu bekämpfen. Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister von Herne, und Jörg Lukat, Oberbürgermeister von Bochum, betonten beide die Bedeutung dieser Initiativen für die berufliche Orientierung der Schüler und die Notwendigkeit, die Vielfalt der Ausbildungsangebote besser zu kommunizieren.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Aktionstage wie „Move2Beruf“ nicht nur eine wertvolle Informationsquelle für die Schüler darstellen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit leisten können. Wer also über die verschiedenen Wege nachdenken möchte, die Karrieretechnisch eingeschlagen werden können, hat beim nächsten Mal die Gelegenheit, sich direkt vor Ort zu informieren und aktiv an der Gestaltung der eigenen Zukunft mitzuwirken.