Am 11. Februar 2026 fand im neuen Lidl-Verwaltungs- und Warenverteilzentrum „HerBo 43“ an der Stadtgrenze zwischen Herne und Bochum die Veranstaltung „Move2Beruf“ statt. Ziel dieser Aktion war es, Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke in verschiedene Ausbildungsberufe zu geben und die direkte Kommunikation mit Unternehmen zu fördern. Insgesamt nahmen fast 2.000 Schüler aus beiden Städten teil, wobei 150 von ihnen sich speziell über die Ausbildungsangebote von Lidl informierten. Diese Veranstaltung markierte zudem die erste Kooperation zwischen Lidl und der Stadt Bochum, was die Bedeutung des Aktionstags zusätzlich unterstrich. [Quelle]
Die Vorbereitungen für „Move2Beruf“ wurden in enger Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrern getroffen. Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen, darunter Jens Probst von der Kreishandwerkerschaft Ruhr, Dr. Frank Dudda, Oberbürgermeister von Herne, und Jörg Lukat, Oberbürgermeister von Bochum, waren sich einig über die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen. Dr. Dudda betonte, wie wichtig solche Aktionen für die Entscheidungsfindung zwischen Ausbildung und Studium sind, während Lukat die Vielfalt der Ausbildungsangebote hervorhob. Bochum war mit 63 Firmen an dem Aktionstag beteiligt, was die Chancen für Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz erheblich erhöhte. [Quelle]
Fachkräftemangel und Jugendarbeitslosigkeit
Trotz der positiven Entwicklungen bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Bochum und der Region gibt es weiterhin große Herausforderungen. Laut der Bundesagentur für Arbeit ist die Jugendarbeitslosigkeit seit 2022 um 40 Prozent gestiegen, und im Mai 2025 waren über 257.000 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeitsplatz. Besonders betroffen sind Jugendliche, die Schwierigkeiten in der Schule hatten und oft keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können. [Quelle]
Ein zentrales Problem ist das Mismatch zwischen den Berufswünschen der Jugendlichen und den tatsächlich angebotenen Ausbildungsplätzen. Diese Diskrepanz wird durch schulische Defizite, unterbrochene Bildungsbiografien und teilweise coronabedingte Rückstände verstärkt. Im Handwerk blieben im Jahr 2023 mehr als 19.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, was 12,6 Prozent der angebotenen Plätze entspricht. Besonders häufig sind Lehrstellen in Berufen wie Klempner, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk und Fleischer betroffen.
Praktische Einblicke und Unterstützung für Jugendliche
Die Veranstaltung „Move2Beruf“ bietet eine wertvolle Plattform, um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken und Jugendlichen praktische Einblicke in verschiedene Berufe zu ermöglichen. Über 60 Unternehmen aus Handwerk, Industrie und Dienstleistungssektor waren präsent und stellten ein breites Spektrum an Berufsfeldern und Karrierewegen vor. Unterstützt wird diese Initiative von verschiedenen Institutionen, darunter die IHK Mittleres Ruhrgebiet und die Bundesagentur für Arbeit, sowie regionalen Initiativen wie „Kein Abschluss ohne Anschluss“. [Quelle]
Die Notwendigkeit solcher Aktionen wird von Experten unterstrichen, um den Übergang von Schule in Beruf zu erleichtern und den Fachkräftemangel in der Region zu bekämpfen. So wird deutlich, dass Veranstaltungen wie „Move2Beruf“ nicht nur eine Chance für Schülerinnen und Schüler darstellen, sondern auch für die Unternehmen, die auf der Suche nach gut ausgebildeten Fachkräften sind.