Heute ist der 3.03.2026 und wir blicken zurück auf einen Februar, der in Herne für Aufsehen sorgte. Laut einer Auswertung der Emschergenossenschaft und des Lippeverbands wurde die höchste Tages-Niederschlagsmenge in der Stadt gemessen. Der Monat war geringfügig zu nass, was sich in den Zahlen widerspiegelt: Im Emscher-Gebiet betrug die durchschnittliche Niederschlagssumme 63,5 mm, während der langjähriger Durchschnitt bei 56 mm liegt. Auch im Lippe-Gebiet wurden mit 61,3 mm über dem Durchschnitt von 53 mm Rekorde aufgestellt.
Besonders auffällig waren die Niederschlagsmengen ab der zweiten Monatshälfte, die zu einem Anstieg führten. Am 23. Februar wurden die höchsten Tagessummen gemessen: Im Emscher-Gebiet waren es 18,4 mm an der Station Pumpwerk Herne-Horsthausen, im Lippe-Gebiet sogar 19,5 mm an der Station Kläranlage Dorsten-Wulfen. Diese Werte sind Teil einer Gesamtbilanz, die im meteorologischen Winter (Dezember, Januar, Februar) mit 160 mm (Emschergenossenschaft) und 151 mm (Lippeverband) dennoch als zu trocken gilt, verglichen mit den langjährigen Mitteln von 197 mm und 186 mm in den jeweiligen Gebieten.
September und die Niederschlagsbilanz
<pInteressanterweise war der September 2025 ein Wendepunkt im Niederschlagsgeschehen. Laut der Emschergenossenschaft kam es im Emscher-Gebiet zu einem Mittel von 71,4 mm, was über dem 130-jährigen Mittel von 66 mm liegt. Dies war der erste überdurchschnittliche Monat seit Mai, der die Region erfreute. Der höchste Tagesniederschlag an der Emscher wurde am 8. September mit 23,9 mm in Oberhausen gemessen. Im Gegensatz dazu lag das Einzugsgebiet des Lippeverbands mit einem Mittel von 53,8 mm, 10 mm unter dem 130-jährigen Mittel von 64 mm, eindeutig im hinteren Bereich.
Starke Niederschläge traten am 8. und 9. September im Emscher-Gebiet auf, wo bis zu 45 mm fielen, während das Lippegebiet davon verschont blieb. Die Monatssummen variierten stark und reichten von 38,5 mm in Hamm bis zu 83,8 mm in Gladbeck. Diese Extremereignisse zeigen, wie wetterabhängig die Region ist und stellen die öffentliche Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen.
Die Rolle der Wasserwirtschaft
Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband (EGLV) spielen eine zentrale Rolle in der Wasserwirtschaft der Region. Gegründet 1899 und 1926, kümmern sie sich um die Unterhaltung der Gewässer, Abwasserentsorgung und den Hochwasserschutz. Mit rund 1.800 Beschäftigten ist der EGLV Deutschlands größter Abwasserentsorger und betreibt eine umfangreiche Infrastruktur von 782 Kilometern Wasserläufen und 1.533 Kilometern Abwasserkanälen. Dies ist besonders wichtig, um auf die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren.
Der Klimawandel hat bereits in den letzten Jahren Auswirkungen auf die Wasserversorgung in Deutschland gezeigt. Das Trockenjahr 2018 war ein Stresstest, der zeigte, wie wichtig eine zuverlässige Wasserinfrastruktur ist. Lange Trockenheit und hohe Temperaturen führten zu einem erhöhten Wasserbedarf und zeitweise zu Rekordwerten beim täglichen Wasserverbrauch. Diese Ereignisse verdeutlichen, dass Wasserversorger gut vorbereitet sein müssen auf zukünftige extreme Wetterereignisse und die damit verbundenen Herausforderungen für die Trinkwasserversorgung.
Die Diskussion über die Priorität der Trinkwasserversorgung gegenüber anderen Wassernutzungen ist notwendig, um die Wasserqualität für verschiedene Anwendungen zu sichern, insbesondere in der Landwirtschaft. Angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse ist eine umfassende Notfallvorsorgeplanung unerlässlich, um die Abstimmung zwischen Wasserversorgern, Kommunen, Behörden und dem Katastrophenschutz zu verbessern.
Für weitere Informationen über die Niederschlagsmessungen in Herne und Umgebung, siehe die Auswertung der Emschergenossenschaft und Lippeverband. Weitere Details zur Regenbilanz finden Sie in dem Bericht über den Emscher-Gebiet. Informationen zu den Herausforderungen des Klimawandels und der Wasserversorgung sind in der Analyse des DVGW zu finden.






