Am 12. Februar 2026 wurde im Kreishaus Höxter ein bedeutender Schritt für den Naturschutz vollzogen. Umweltminister Oliver Krischer überreichte zwei Förderbescheide für das Naturschutzprojekt „Lebendige Auen“. Mit einer Gesamthöhe von fast fünf Millionen Euro werden der Kreis Höxter und die Landschaftsstation im Kreis Höxter unterstützt, um die Auenlandschaften entlang der Fließgewässer aufzuwerten und zu renaturieren. Dieses Projekt wird aus dem EFRE-Programm „Grüne Infrastruktur“ finanziert und zielt darauf ab, die Lebensräume für zahlreiche Arten zu verbessern.
Kreisdirektorin Manuela Kupsch erhielt einen Zuwendungsbescheid über mehr als 3,7 Millionen Euro, während der wissenschaftliche Leiter der Landschaftsstation, Frank Grawe, über 1,1 Millionen Euro für seine Forschungsarbeit erhielt. In den kommenden drei Jahren sollen mehr als 200 bestehende Stillgewässer verbessert und 200 neue Stillgewässer angelegt werden. Die Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen soll bis Ende Februar 2029 abgeschlossen sein. Diese Auen bieten wertvolle Lebensräume für Arten wie Kammmolch, Laubfrosch, Geburtshelferkröte und Kreuzkröte.
Die Bedeutung der Auen
Auenökosysteme sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch von entscheidender Bedeutung für die Umwelt. Sie wirken als natürliche Wasserspeicher und tragen zur Kühlung des Klimas bei. Renaturierte Gebiete gelten als wertvolle naturnahe Inseln in intensiv genutzten Kulturlandschaften. Die Anstrengungen zur Renaturierung von Gewässern und Auen reichen bis in die 1980er Jahre zurück. Seitdem wurden zahlreiche Pilotprojekte umgesetzt, die jedoch oft nur kurzfristig begleitet werden. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass positive Ergebnisse nach etwa 20 Jahren sichtbar werden, was die Notwendigkeit langfristiger Planung unterstreicht.
Die aktuelle Initiative in Höxter umfasst nicht nur eine Verbesserung der ökologischen Situation von Flussauen, sondern auch die Wiederherstellung der funktionalen Einheit von Aue und Fließgewässer. Dies ist essenziell für die Wiederansiedlung auentypischer Arten. Ein wichtiges Element für den Erfolg solcher Projekte ist die Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden und privaten Grundstückseigentümern, wofür den zehn beteiligten Städten und Grundstückseigentümern gedankt wurde.
Ökologische und soziale Vorteile
Die positiven Auswirkungen naturnaher Gewässerentwicklungsmaßnahmen übertreffen die negativen Auswirkungen traditioneller wasserbaulicher Maßnahmen deutlich. Über 84 Prozent der naturnahen Maßnahmen wirken positiv auf mehrere Ökosystemleistungen. Dazu zählen die natürliche Wasserreinigung durch renaturierte Gewässersohlen, eine gesteigerte Fischdichte durch verbesserte Habitatbedingungen und eine höhere Lebens- und Erholungsqualität in naturnahen Flusslandschaften. Der technische Ausbau von Flüssen hingegen führt oft zum Verlust dieser natürlichen Ökosystemleistungen.
Zusätzlich tragen intakte Fluss- und Auenlandschaften zur Kohlenstoffspeicherung bei, was angesichts des Klimawandels umso wichtiger ist. Partielle Rückdeichungen könnten sogar bis zu 1,1 Millionen Tonnen Kohlenstoff zusätzlich speichern. Die Verbesserung des Wasserhaushalts in Auen kann die Treibhausgasemissionen um bis zu 0,85 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr reduzieren und somit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Naturschutzprojekt „Lebendige Auen“ im Kreis Höxter nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern auch entscheidende ökologische und soziale Vorteile bieten wird. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Herausforderungen des Klimawandels und der Biodiversität zu bewältigen. Die Unterstützung durch die Bezirksregierung Detmold und die hohe Zuwendung aus dem EFRE-Programm sind weitere positive Aspekte, die den Erfolg dieses Projekts gewährleisten können. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass solch engagierte Maßnahmen zur Renaturierung in ganz Deutschland Schule machen.




