Im Tiergarten Kleve, der sich über eine Fläche von 6 Hektar erstreckt, sind die ersten Lämmer des Jahres geboren. Besonders bemerkenswert ist, dass die ersten Lämmer der Jakobschafe bereits am 17. Februar das Licht der Welt erblickten. Auch die Lämmer der Ungarischen Zackelschafe haben sich schon in der Zeitspanne vom 30. Januar bis zum 16. Februar gezeigt. Die jungen Tiere sind gesund und erkunden bereits neugierig ihre Umgebung. Besucher haben die Gelegenheit, sie beim Springen und in der Nähe ihrer Mütter zu beobachten. Der Tiergarten Kleve lädt alle Interessierten ein, die Lämmer in den kommenden Wochen zu bestaunen (Niederrhein Nachrichten).
Die Jakobschafe, eine der ältesten und ursprünglichsten Schafrassen Europas, zeichnen sich durch ihre meist vier, manchmal sogar sechs Hörner und die auffällige schwarz-weiße Scheckung ihres Fells aus. Sie sind robust, genügsam und widerstandsfähig, weshalb sie häufig zur Landschaftspflege sowie zur Erhaltung der genetischen Vielfalt gehalten werden. Auch die Ungarischen Zackelschafe, mit ihren korkenzieherartig gedrehten Hörnern, sind eine seltene Hausschafrasse, die an karge Lebensräume angepasst ist und als gefährdet gilt. Laut Tiergartenleiter Dr. Martin Polotzek sind die Lämmer von großer Bedeutung für den Erhalt dieser genetischen Vielfalt.
Einblicke in den Tiergarten Kleve
Der Tiergarten Kleve, der 1959 eröffnet wurde, beheimatet etwa 50 Tierarten und rund 350 Individuen. Neben den Lämmern können die Besucher auch andere Tiere wie Esel, Pferde, Rinder, Ziegen und viele weitere Säugetiere und Vögel entdecken. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) werden sogar bedrohte Arten wie Zweifarbentamarine und Kleine Pandas gepflegt. Die Besucherzahlen des Tiergartens steigen stetig und werden für das Jahr 2024 auf etwa 200.000 geschätzt (Wikipedia).
Ein weiteres Highlight sind die neuen Anlagen, die in den letzten Jahren eröffnet wurden, darunter ein begehbares Gehege für Rote Pandas und ein Abenteuerspielplatz. Außerdem wird vom 10. Februar bis 30. März 2024 ein Lichterevent namens „China Lights“ stattfinden, das voraussichtlich über 60.000 Besucher anziehen wird. Besondere Rücksicht wird dabei auf empfindliche Tierarten genommen, die während der Veranstaltung in ihren Bereichen bleiben.
Die Bedeutung alter Haustierrassen
Der Erhalt alter Haustierrassen, wie sie im Tiergarten Kleve zu finden sind, spielt eine entscheidende Rolle für die genetische Vielfalt. Diese Rassen sind nicht nur robust und regional angepasst, sondern auch wichtig für den Ökolandbau und den Naturschutz. Durch gezielte Züchtung wurden viele Nutztierrassen entwickelt, die an menschliche Bedürfnisse angepasst sind. Rassen, die nicht hohe Leistungen erbringen, geraten oft in Vergessenheit und sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. In Deutschland sind derzeit 59 von 83 einheimischen Nutztierrassen gefährdet (Landwirtschaft.de).
Alte Haustierrassen bieten somit einen wertvollen Genpool für neue Züchtungen und können Merkmale wie Langlebigkeit und Robustheit aufweisen. Ihre Bedeutung erstreckt sich über die biologische Vielfalt hinaus und umfasst auch einen hohen kulturellen Wert, da sie eng mit der Geschichte der Menschen verbunden sind.
Besuchen Sie den Tiergarten Kleve, um die ersten Lämmer des Jahres zu erleben und mehr über die wertvollen alten Haustierrassen zu erfahren. Die Öffnungszeiten sind im Februar täglich von 9 bis 17 Uhr und ab dem 1. März täglich von 9 bis 18 Uhr.