Das Thema Gehörlosenseelsorge gewinnt an Bedeutung im Evangelischen Kirchenkreis Kleve. Auf seiner letzten Synode, die kürzlich stattfand, wurden weitreichende Beschlüsse gefasst, um die Unterstützung für gehörlose und schwerhörige Menschen zu intensivieren. Laut Antenneniederrhein erhält die Gehörlosenseelsorge künftig einen festen Sitz im Kirchenkreis Essen und profitiert von finanzieller Unterstützung. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Angebote für Gehörlose und deren Angehörige, die in den Kirchenkreisen Duisburg, Essen, Mülheim a. d. Ruhr und Oberhausen aktiv sind, sodass die Pfarrerin Sabine Heinrich einen direkten Ansprechpartner bieten kann.
Ein weiterer Mittelpunkt der Synode war die Gründung einer gemeinsamen Geschäftsstelle für Kindertagesstätten in Kooperation mit dem Kirchenkreis Wesel. Die Hauptintention dahinter ist es, den Gemeinden die Verwaltungsarbeit zu erleichtern, während die Nähe der Kindertagesstätten zur Gemeinde erhalten bleibt. Das neue Modell wird im August 2026 an der ersten evangelischen Kindertagesstätte in Issum erprobt. Die Geschäftsstelle nimmt bereits Anfang 2026 ihren Betrieb auf und wird somit eine wertvolle Entlastung für die Gemeinden darstellen.
Innovative Gemeindeentwicklung im Fokus
Doch nicht nur die Unterstützung für Gehörlose steht im Fokus. Die Synode beschloss ebenfalls die Einführung einer neuen Pfarrstelle für innovative Gemeindeentwicklung. Ziel ist es, die bestehenden Angebote zu überprüfen und gegebenenfalls neue Konzepte zu entwickeln. Insbesondere in den Bereichen der Taufen und Hochzeiten soll frischer Wind in die kirchlichen Traditionen gebracht werden.
Die Gehörlosenseelsorge selbst bietet bereits vielfältige Angebote. In der Reformationskirche in Essen-Rüttenscheid findet jeden ersten Sonntag im Monat um 15.00 Uhr ein Gehörlosengottesdienst statt. Zudem gibt es einen speziellen Gottesdienst für Schwerhörige und Ertaubte, der einmal im Monat freitagabends in der Marktkirche der Essener Innenstadt angeboten wird. Regelmäßige Treffpunkte für Gehörlose sowie eine Eltern-Kind-Gruppe für gehörlose Familien runden das Angebot ab und fördern die Gemeinschaft und den Austausch.
Ein Netz der Unterstützung
Besonders erwähnenswert ist das Evangelische Seniorenzentrum Martineum in Essen-Steele, das eine spezielle Wohnsiedlung für gehörlose Senioren beherbergt. Hier stehen 16 individuelle Appartements inklusive Lichtklingelanlage zur Verfügung. Diese Initiative stärkt die soziale Integration und sorgt für ein komfortables Wohnen älterer Menschen mit Hörschädigungen.
Die neu geschaffene Geschäftsstelle und die verschiedenen Angebote der Gehörlosenseelsorge sind Teil eines umfassenden Plans, um das Gemeindeleben in der Region Köln und darüber hinaus zu revitalisieren. Dies ist nicht nur ein Gewinn für die Gehörlosen und ihre Familien, sondern auch für die gesamte evangelische Gemeinschaft, die durch solche Maßnahmen an Vielfalt und Innovationsbereitschaft gewinnt.