Heute ist der 18.02.2026 und die Stadt Köln zieht Bilanz zu ihrem Karneval 2026. Trotz des schlechten Wetters, das viele Menschen vom Straßenkarneval abhielt, wurden rund 200 Mitarbeiter des Ordnungsamts, der Polizei und der Rettungsdienste von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch eingesetzt. Die Zülpicher Straße erlebte einen geringeren Andrang im Vergleich zu den Vorjahren, sodass eine vollständige Sperrung nicht notwendig war. Diese Situation hat auch dazu beigetragen, dass das Ordnungsamt über 5.000 Präventivgespräche mit jungen Feiernden über Alkohol- und Tabakgefahren führte.

In dieser Zeit wurden 2.564 Jugendlichen alkoholische Getränke abgenommen und 2.453 Jugendlichen Tabak sowie E-Zigaretten. Streetworker hatten Kontakt zu 899 Jugendlichen in der Altstadt und 4.954 im Kwartier Latäng, wo sie bei Orientierungsschwierigkeiten und „karnevalsbedingten Partnerschaftsproblemen“ halfen. Trotz eines Angebots von 1.000 mobilen Toiletten wurden 114 Personen beim Wildpinkeln ertappt, was Bußgelder von bis zu 200 Euro nach sich ziehen kann. Auch die Versorgung von 159 hilflosen Personen, meist aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum, war ein wichtiger Bestandteil der Einsätze. In einem bedauerlichen Vorfall wurde ein Mitarbeiter des Ordnungsamts bei einer Kontrolle in einer Gaststätte schwer verletzt und musste sich krankmelden. Zudem wurden fünf Übergriffe auf Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten registriert, wobei eine Einsatzkraft den Dienst aufgrund einer Verletzung beenden musste.

Jugendschutz im Fokus

Ein zentraler Aspekt des Karnevals war die Kontrolle des Jugendschutzes. Ein stark alkoholisierter Mann mischte sich in eine Ausweiskontrolle des Ordnungsamts ein und beleidigte die Kontrolleure, was zur Verständigung der Polizei führte. Mike Kaledat, stellvertretender Gruppenleiter beim Ordnungsamt, der seit 17 Jahren an Weiberfastnacht in der Innenstadt aktiv ist, und sein Team achteten neben Wildpinklern und Alkoholleichen auch auf das Glasverbot im Zülpicher Viertel. Während der Kontrollen stellte Kaledat fest, dass die Lage wetterbedingt ruhiger war als in früheren Jahren.

Das Ordnungsamt setzte ein Team von Testkäufern ein, das Kioske auf Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz überprüfte. Bei 14 kontrollierten Kiosken wurden 13 Verstöße festgestellt, was die alarmierenden Zahlen unterstreicht. Anne Siep, Leiterin der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes, berichtete, dass bei 800 überprüften Betrieben seit Oktober 2024 insgesamt 71% der Betriebe gegen das Jugendschutzgesetz verstießen. Die Stadt hat in einem Jahr 50.000 Euro an Bußgeldern eingenommen, wobei Erstverstöße mit 200 Euro geahndet werden und ab dem vierten Verstoß Strafen von 5.000 Euro drohen. Verkäufer zeigen sich oft wenig einsichtig und schieben die Verantwortung auf Verkaufsstress oder Missverständnisse.

Fazit und Ausblick

Insgesamt zeigt die Bilanz des Kölner Karnevals 2026, dass trotz der Herausforderungen durch das Wetter und die damit verbundenen geringeren Besucherzahlen die Sicherheitsmaßnahmen und der Jugendschutz aktiv verfolgt wurden. Die Stadt Köln hat durch umfassende Präventionsmaßnahmen und Kontrollen versucht, den Karneval für alle Beteiligten sicher zu gestalten. Die Erfahrungen aus diesem Jahr werden sicherlich in die Planungen für zukünftige Veranstaltungen einfließen, um die Sicherheit und den Spaß für alle Jecken zu gewährleisten. Weitere Informationen zu den Ereignissen während des Karnevals in Köln finden Sie in der gesamten Berichterstattung auf t-online.de und den Details zu den Jugendschutzkontrollen auf ksta.de.